Wirtschaft
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Konjunkturdelle bremst: In China bleibt für Henkel weniger kleben

Die Waschmittel- und Komestiksparte des Konsumgüterherstellers Henkel ist weiter einträglich. Doch die Klebstoffsparte hinkt hinterher. Nach der Konjunkturabkühlung in China zeigt sich der Konzern nun etwas pessimistischer.

Der Konsumgüterkonzern Henkel hat die Abkühlung der chinesischen Wirtschaft im dritten Quartal besser weggesteckt als erwartet. In Der Folge präzisierte der Hersteller von Persil und Schwarzkopf-Produkten seine Jahresprognose. Während die Düsseldorfer beim Ergebnis etwas optimistischer sind, wird der Umsatz nur am untere Ende der avisierten Spanne gesehen. Grund ist die schwächere Entwicklung im chinesischen Klebstoffgeschäft, wie der Dax-Konzern mitteilte.

Konkret wird nun mit einem Erlösplus von etwa drei Prozent gerechnet Damit folgt Henkel seinem Konkurrenten Beiersdorf, der sich in der vergangenen Woche ebenfalls etwas vorsichtiger gezeigt hatte.

China bremst Konzernwachstum

Dank der guten Entwicklung bei Waschmitteln und Kosmetikprodukten wuchs der Umsatz von Juli bis September um 8,4 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro, wie Henkel mitteilte. Auch der starke Dollar sowie die zuletzt getätigten Zukäufe sorgten für Rückenwind. Die Konjunkturdelle in China bremst indes das wichtige Klebstoffgeschäft, weshalb Henkel vermutlich auch im Gesamtjahr nicht mehr so stark wachsen wird wie anfangs erhofft. Unter dem Strich verdiente Henkel 484 Millionen Euro und damit zehn Prozent mehr als im Vorjahr.

Organisch - also wechselkurs- und portfoliobereinigt - betrug das Plus 3,2 Prozent. Damit erhöhte sich das Wachstum im Vergleich zum zweiten Quartal leicht. Dabei entwickelten sich die Wachstumsmärkte erneut am besten. In Westeuropa musste Henkel wegen des starken Wettbewerbs sogar ein organisches Umsatzminus hinnehmen. Nordamerika legte hingegen das dritte Quartal in Folge zu.

Mit Persil, Pril und Co konnte Henkel weitere Marktanteile hinzugewinnen. Neben den Schwellenländern lief es für die Sparte in Nordamerika gut. Henkel hatte seine Traditionsmarke Persil auch in den USA eingeführt, was bei den dortigen Verbrauchern offenbar gut ankam. Neue Produkte wie ein Männer-Shampoo bei Schwarzkopf oder neue Deo-Varianten bei Fa kurbelten das Wachstum im Kosmetik-Geschäft an. Mit Beauty-Produkten wuchs Henkel auch in China zweistellig.

Handelsketten belasten Ergebnis hierzulande

Federn lassen mussten die Düsseldorfer ausgerechnet auf dem Heimatmarkt, was Finanzchef Carsten Knobel auf den starken Wettbewerb vor allem mit den Handelsketten zurückführte.

Die viel beachtete Umsatzrendite des Konzerns erhöhte sich leicht um 0,5 Ppunkte auf 16,9 Prozent. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) nahm um 12 Prozent auf 778 Millionen Euro zu. Netto verdiente der Hersteller von Marken wie Persil, Schwarzkopf oder Loctite 484 Millionen Euro, nach 440 Millionen Euro im Vorjahr.

Die Aktie kletterte im frühen Handel um knapp sieben Prozent an die Dax-Spitze. Börsianer lobten die besser als erwartet ausgefallenen Zahlen zum dritten Quartal. Viele hatte vor allem bei den Klebstoffen eine schlechtere Entwicklung befürchtet. Die Tochter trägt in etwa zur Hälfte zum Umsatz und noch mehr zum Ergebnis bei.

Quelle: n-tv.de

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