Wirtschaft
Auf den Straßen Neu-Delhis gab es Proteste gegen die Vergewaltigung der Frau.
Auf den Straßen Neu-Delhis gab es Proteste gegen die Vergewaltigung der Frau.(Foto: REUTERS)

Nach Vergewaltigung: Indien plant landesweites Uber-Verbot

Dem Fahrdienst-Startup Uber droht die nächste Schlappe: Im Riesen-Markt Indien könnte die App komplett verboten werden. Ein Uber-Fahrer hatte dort eine Frau vergewaltigt. Der Vorwurf: Uber hätte den Mann überprüfen müssen.

Dem rasant wachsenden Fahrdienst Uber droht möglicherweise ein Verbot in ganz Indien. Innenminister Rajnath Singh plane eine Erklärung vor dem Parlament, in der die Bundesstaaten und Verwaltungseinheiten zu einem Verbot von Uber aufgefordert würden, berichtete die Zeitung "Indian Express".

Der Dienst, der über das Internet Fahrgäste gegen Provision an private Fahrer vermittelt, war zuvor bereits in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi verboten worden. Zuvor hatte eine junge Frau berichtet, sie sei von einem Uber-Fahrer vergewaltigt worden. Künftig sollen alle über das Internet vermittelte Taxi-Dienste in Neu-Delhi verboten werden, kündigte ein Sprecher des Verkehrsministeriums an.

Bereits wegen Vergewaltigung verurteilt

Uber wurde nach Angaben der Polizei in Neu-Delhi verboten, weil die Firma den der Vergewaltigung beschuldigten Fahrer im Vorfeld nicht überprüft hatte. Der Mann war schon vor drei Jahren wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung inhaftiert, später aber freigelassen worden. Ein Uber-Sprecher sagte, das Verbot sei dem Unternehmen nicht offiziell mitgeteilt worden und kündigte eine Erklärung an.

Das kalifornische Start-up vermittelt Fahrgäste über Smartphone-Apps an Gelegenheitsfahrer. Dagegen läuft das Taxigewerbe Sturm. Uber-Fahrer besäßen keine Genehmigung zur Personenbeförderung und ihre Fahrzeuge seien nicht entsprechend versichert, so die Argumente der etablierten Unternehmen. Wegen dieses Streits unterliegt Uber unter anderem in Deutschland Einschränkungen.

Weltweit bietet Uber seine Dienste in 45 Ländern an. In Indien ist die Firma in etwa zehn Städten aktiv. Das Unternehmen mit Geldgebern wie Google und Goldman Sachs im Rücken hat erst kürzlich bei Investoren weiteres Kapital eingesammelt und kommt damit inzwischen auf einen Firmenwert von 40 Milliarden Dollar.

Quelle: n-tv.de

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