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Französische Rafale-Jets bald in indischer Armee
Französische Rafale-Jets bald in indischer Armee(Foto: picture alliance / dpa)

Frankreichs Kampfjet en masse: Indien setzt auf Rafale

Indiens Armee bekommt neue Kampfjets aus Europa. Den Milliardenauftrag sichert sich Dassault Aviation, die mit dem Rafale-Jet den Eurofighter-Preis unterboten haben. Die ursprüngliche Order soll nun zudem deutlich aufgestockt werden. Der erste Großauftrag aus dem Ausland hat nur einen kleinen Haken.

Frankreich steht vor dem ersten Großauftrag aus dem Ausland für den einheimischen Kampfjet Rafale. Indien wolle womöglich 189 Maschinen im Wert von schätzungsweise 13,5 Mrd. Euro bestellen, berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Verhandlungskreise. Damit fiele die Bestellung beim Flugzeugbauers Dassault Aviation um 63 Jets höher aus als bisher geplant. Den Angaben zufolge hatte der indische Außenminister Salman Khurshid bei seinem Besuch in Paris in der vergangenen Woche diese Zahl genannt.

Es gebe einen "Option für den Kauf von 63 zusätzlichen Maschinen", hieß es aus zuverlässiger Quelle in Paris. Dafür könnte ein neuer Vertrag unterzeichnet werden. Bisher verhandeln Frankreich und Indien offiziell über den Verkauf von 126 Rafale-Maschinen. Neu Delhi gab den französischen Jets bereits vor einem Jahr den Vorrang vor dem Typhoon-Eurofighter des europäischen Luftfahrtkonzerns EADS, der von Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien gemeinsam entwickelt wurde. Nach Angaben aus indischen Regierungskreisen hatten die Franzosen damals den Preis für die Eurofighter unterboten.

Montage in Indien

Dassault winkt die erste große Bestellung für den Rafale-Kampfjet aus dem Ausland.
Dassault winkt die erste große Bestellung für den Rafale-Kampfjet aus dem Ausland.(Foto: picture alliance / dpa)

Der Preis für die bereits bestellten 126 Rafale beläuft sich der indischen Presse zufolge auf 12 Mrd. Dollar (rund 9 Mrd. Euro). Einschließlich der Option von 63 zusätzlichen Maschinen könnte der Handel demnach einen Umfang von 18 Mrd. Dollar (rund 13,5 Mrd. Euro) erhalten.

Die Vereinbarung sieht vor, dass die ersten 18 Rafale-Jets in Frankreich gebaut werden. Die übrigen sollen demnach in Indien von dem Flugzeugbauer Hindustan Aeronautics montiert werden. Bei der Bestellung handelt es sich um einen der derzeit größten Rüstungsaufträge weltweit.

In Mali im Einsatz

Dank des indischen Auftrags kann Frankreich erstmals seine Rafale ins Ausland exportieren. Noch im Dezember 2011 hatte der damalige Verteidigungsminister Gérard Longuet angekündigt, die Produktion des Kampfflugzeugs müsse mangels Nachfrage aus dem Ausland mittelfristig vermutlich eingestellt werden.

Großabnehmer war bisher die französische Armee. Sie setzt derzeit Rafale-Maschinen bei ihrer Intervention in Mali ein. Auch in Libyen hatte das französische Militär mit den Rafale Luftangriffe geflogen. In Brasilien befindet sich der Kampfjet in der Endauswahl.

Die Rafale ist einer der Hauptkonkurrenten des Eurofighter. Sie ist ein zweistrahliger Deltaflügler - klein und wendig. Frankreich soll in die Entwicklung der Rafale rund 40 Mrd. Euro investiert haben. Die Stückkosten eines Jets sollen sich auf 120 Mio. bis 140 Mio. Euro belaufen.

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Quelle: n-tv.de

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