Montag, 21. Dezember 2009
Energieverbrauch wie 1970: Industrie auf Sparflamme
Die Wirtschaftskrise bremst die deutsche Wirtschaft messbar ab. Der Energieverbrauch sinkt 2009 auf den tiefsten Stand seit fast 40 Jahren.
Das Braunkohlekraftwerk Schkopau bei Halle liefert mit rund 900 Megawatt Nettoleistung Strom für die öffentliche Versorgung, Energie für den Chemiestandort Buna und die Deutsche Bahn.
(Foto: picture alliance / dpa)
Im Vergleich zum vergangenen Jahr wurden 6,5 Prozent weniger Primärenergie genutzt als 2008, teilte die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) mit. Das erreichte Niveau sei das niedrigste seit Anfang der siebziger Jahre.
Der Anteil erneuerbarer Energien stieg binnen Jahresfrist von 8,2 auf 9,0 Prozent. Die Atomkraft deckte rund 11 Prozent des gesamten Bedarfs.
Besonders stark sank der Verbrauch von Steinkohle. Die verbrannte Menge des fossilen Energieträgers ging um 18 Prozent auf 50,3 Mio. Tonnen der Standard-Maßeinheit Steinkohleeinheiten (SKE) zurück. Der Rückgang spiegele den geringeren Bedarf der Eisen- und Stahlindustrie wider, hieß es.
Insgesamt ermittelte die AGEB für 2009 einen Gesamtenergieverbrauch von 453 Mio. Tonnen SKE. Wichtigster Energieträger blieb mit einem Anteil von 34,6 Prozent am Energiemix das Mineralöl, dessen Verbrauch in diesem Jahr um 5,8 Prozent zurückging.
Unter Primärenergie verstehen Experten jene Energie, die in natürlichen Formen wie Kohle, Gas oder Wind steckt. Davon unterschieden wird die Sekundärenergie, die etwa als Kraftstoff, Kohlenbrikett oder Strom beim Verbraucher ankommt. Die AGEB wird von vier großen Energieverbänden und drei Forschungsinstituten getragen.
"Der rückläufige Energieverbrauch ist vor allem rezessionsbedingt", stellte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle mit Blick auf die AGEB-Daten fest. "Bei einem Anspringen der Wirtschaft wird der Energiebedarf wieder ansteigen." Darum sei es wichtig, über mehr Effizienz und Energiesparen den Verbrauch weiter zu begrenzen.
Gebremste Produktion trifft auf Effizienzsteigerung: Die schwedische Band ABBA im Jahr 1974.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
mmo/dpa
Hintergründe zur Nachricht
Bilderserien zur Nachricht
Videos zur Nachricht
Wirtschaft
-
Stimmungstöter Europa
Kursverluste an der Wall Street
-
Telefonica überrascht
O2 soll an die Börse
-
Presta-Mitarbeiter müssen gehen
ThyssenKrupp kündigt
-
Griechenland-Exporte
Euler Hermes versichert nicht
-
Hiobsbotschaften und "Todeskreuz"
Dax kennt kein Halten
-
Spanien-Angst wächst
Euro stürzt unter 1,24 Dollar
-
Boni-Streit vor Londoner Gericht
Coba erleidet Schlappe
-
Verbleib im Deutsche-Bank-Turm
Börsig behält Privilegien
-
"Das Urteil ist gefallen"
Schlecker steht vor dem Aus
-
Defizitabbau darf länger dauern
EU kommt Spanien entgegen
-
Zwischen Krisenangst und Optimismus
Konjunktur bleibt wackelig
-
Rätselraten um Bankia-Hilfen
EZB wurde gar nicht gefragt
