Wirtschaft
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Deutsche Großkonzerne im Visier: Industriespionage kostet Milliarden

Deutsche Konzerne unterschätzen offenbar die Gefahren durch Spionage. Einem Medienbericht zufolge sind sie "explizit Aufklärungsziel von NSA und Co". Firmengeheimnisse würden dann weitergereicht an Lobbyisten und Handelskammern.

Unternehmen in Deutschland entsteht einer Studie zufolge jährlich ein Schaden in zweistelliger Milliardenhöhe durch Industriespionage ausländischer Geheimdienste. Fast alle deutschen Großkonzerne seien bereits Ziel solcher Angriffe geworden, zitiert die "Welt am Sonntag" aus einem Gutachten des Beratungsunternehmens Corporate Trust.

Die Beratungsfirma für Netzwerksicherheit hat dem Bericht zufolge die von Edward Snowden veröffentlichten Dokumente des US-Geheimdienstes NSA analsysiert. Daraus gehe hervor, dass die deutsche Wirtschaft nicht ausreichend gegen Spionage geschützt sei.

"Teile der deutschen Wirtschaft sind explizit Aufklärungsziel von NSA und Co", zitiert die Zeitung Florian Oelmaier von Corporate Trust. Ins Visier der Geheimdienste seien auch ThyssenKrupp und das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum geraten.

Zudem seien deutsche Autohersteller und Zulieferer Opfer von NSA-Angriffen geworden. Die NSA habe 2012 den Auftrag gehabt, französische Angebote für internationale Aufträge im Wert von mehr als 200 Millionen Dollar auszuspionieren. Es gebe keinen Grund anzunehmen, dass deutsche Konzerne anders behandelt würden. Oelmaier zufolge gebe es in den NSA-Unterlagen Belege dafür, dass ausspionierte Firmengeheimnisse an US-Handelskammern oder andere US-Lobbyisten weitergereicht worden seien.

Als vorerst letzte Zeugin war am Donnerstag Bundeskanzlerin Angela Merkel vom NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestages vernommen worden. Das Gremium versucht seit fast drei Jahren den Datenausspähungen des US-Geheimdienstes aber auch des Bundesnachrichtendienstes (BND) auf den Grund zu gehen.

Quelle: n-tv.de

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