Wirtschaft
Es geht weiter aufwärts: Nach einem starken drittel Quartal gibt sich Chiphersteller Infineon optimistisch.
Es geht weiter aufwärts: Nach einem starken drittel Quartal gibt sich Chiphersteller Infineon optimistisch.(Foto: picture alliance / dpa)

Anleger nehmen Gewinne mit: Infineon ist nicht zu bremsen

Der deutsche Chiphersteller Infineon wächst und wächst. Nach einem starken Quartal blickt das Unternehmen noch optimistischer in die Zukunft. Ein bestimmtes Segment soll ganz besonders zulegen. Anleger nutzen die gute Stimmung - und verkaufen.

Infineon hat auch im dritten Geschäftsquartal von der starken Nachfrage nach Chips vor allem für Industrieanwendungen und für die Automobilindustrie profitiert. Der Halbleiterhersteller verzeichnete starke Zuwachsraten bei Umsatz und Gewinn. Beim Ausblick für das Geschäftsjahr 2013/14 ist die Infineon Technologies AG einen Tick optimistischer als bislang. Die ermutigenden Geschäftszahlen haben einige Infineon-Anleger für Gewinnmitnahmen genutzt.

Der Chiphersteller geht nun davon aus, ein Umsatzwachstum und eine Marge des Segmentergebnisses "leicht oberhalb" statt wie bislang am oberen Ende der prognostizierten Spannen zu erreichen. Diese lagen für das Umsatzwachstum bei 7 bis 11 Prozent, bei der operativen Rendite bei 11 bis 14 Prozent nach 9,8 Prozent im Vorjahr. Für das vierte Quartal bedeutet das einen Umsatzanstieg von 3 bis 7 Prozent zum Vorquartal und eine Segmentergebnis-Marge von 15 bis 17 Prozent.

"Das war das fünfte Quartal in Folge mit Wachstum im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Unsere Strategie bewährt sich und die Investitionen zahlen sich aus", sagte Vorstandschef Reinhard Ploss. Vor allem im Geschäft mit Hausgeräteherstellern und Erneuerbarer Energie sowie bei Stromversorgungstechnik und Netzteilen für Smartphones und Tablets lief es für die Bayern gut.

Technik für E-Motoren stark nachgefragt

Gleichzeitig wird laut Infineon das Segment Industrial Power Control, das unter anderem Komponenten für elektrische Antriebe in Industrieanwendungen herstellt, stärker als der Konzerndurchschnitt zulegen. Auch das Automobilgeschäft wird leicht über dem Gesamtwachstum liegen.

Im dritten Quartal von April bis Juni legte der Umsatz von Infineon um 6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal erwartungsgemäß auf 1,11 Milliarden Euro zu. Das Segmentergebnis stieg um 16 Prozent auf 170 Millionen Euro, was einer Marge von 15,3 Prozent nach 13,9 Prozent im Vorquartal entspricht. Der Konzernüberschuss kletterte um 15 Prozent auf 143 Millionen Euro. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten lediglich mit 133 Millionen gerechnet.

Wegen der hohen Schwankungsanfälligkeit des Chipgeschäfts durch konjunkturelle Einflüsse ist in der Branche der Vergleich mit Vorquartals- und nicht Vorjahreszahlen üblich.

Anleger nutzen die Gelegenheit zum Verkauf

Infineon-Anleger nutzten die guten Zahlen, um mit ihren Papieren Geld zu verdienen: Die Aktien des Chip-Herstellers rutschten um bis zu 5,8 Prozent ab und waren mit 8,42 Euro so billig wie zuletzt Mitte Mai. Dabei wechselten innerhalb der ersten 45 Handelsminuten bereits fast so viele Infineon-Papiere den Besitzer wie an einem gesamten Durchschnittstag.

Das Geschäft von Infineon laufe gut, schrieb DZ-Bank-Analyst Harald Schnitzer in einem Kommentar. Das Unternehmen sei in einer guten Position, überdurchschnittlich zu wachsen. Allerdings hätten die Quartalsergebnisse und die angehobene Prognose lediglich im Rahmen der Erwartungen gelegen.

Seit Jahresbeginn haben Infineon-Papiere rund 15 Prozent zugelegt. Damit gehören sie zu den stärksten Werten im Dax, der im gleichen Zeitraum auf ein Plus von gerade einmal einem Prozent kommt.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen