Wirtschaft
Kiloweise Goldbarren, Luxusautos und Herrenuhren - das beschlagnahmte Vermögen kann sich sehen lassen.
Kiloweise Goldbarren, Luxusautos und Herrenuhren - das beschlagnahmte Vermögen kann sich sehen lassen.(Foto: picture alliance / dpa)

Pistolen, Uhren, Autos: Infinus-Manager mochten den Luxus

Sie sollen 25.000 Anleger um einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag gebracht haben: Die Manager der Infinus-Gruppe selbst lebten auf großem Fuß - einen Einblick gewähren nun die Ermittler.

In den Ermittlungen gegen den sächsischen Finanzdienstleister Infinus haben die Behörden eine erste Liste mit beschlagnahmten Vermögenswerten veröffentlicht. Demnach ist bei den sechs festgenommenen Führungskräften ein Privatvermögen im Wert von rund 14,5 Millionen Euro sichergestellt worden, wie die "Sächsische Zeitung" unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft Dresden berichtet.

Die Ermittler werfen dem Finanzdienstleister vor, in Verkaufsprospekten für Wertpapiere konzerneigener Firmen "unrichtige Angaben zur Vermögens- und Ertragslage" gemacht zu haben. Zudem prüfen die Ermittler, ob die Gruppe sich über ein Schneeballsystem finanziert habe, bei dem ausstehende Zahlungen an Anleger durch Einlagen von Neukunden finanziert worden seien.

Laut der Auflistung sind etwa beim Firmengründer PKW der Marke Bentley, Porsche und Volvo sowie Bargeld sichergestellt worden. Darüber hinaus beschlagnahmten die Behörden 24 Goldbarren zu je ein Kilo. Hinzu kommen Aktienpakete, mehr als ein Dutzend Luxusarmbanduhren sowie Motorboote.

Auch bei den anderen Mangern stießen die Ermittler auf Autos der Premiumklasse, Bargeldbestände, Immobilien, zahlreiche Uhren, Aktiendepots und bei einem der Manager auch auf eine kleine Waffensammlung.

Schlechte Aussichten für Geschädigte

Nach bisherigen Erkenntnissen sind rund 25.000 Kunden mit einer Anlagesumme von insgesamt 400 Millionen Euro von den mutmaßlichen Machenschaften betroffen. Früheren Berichten zufolge summieren sich die Forderungen indes auf gut eine Milliarde Euro.

Laut der Zeitung sind bislang rund 64.000 Verträge bekannt, über die Anleger ihr Geld der Infinus-Gruppe anvertrauten. Der Fall gilt als größtes Wirtschaftskriminalitätsverfahren in Sachsen.

Allerdings hatten sich zuletzt die Anzeichen verdichtet, dass die Anleger leer ausgehen könnten. Zwar gehörten der Finanzfirmengruppe mindestens 44 Immobilien in Sachsen. Doch werde "mindestens die Hälfte an Banken abfließen", hatte es in Kreisen der mit der insolvenzrechtlichen Aufarbeitung befassten Wirtschaftskanzleien geheißen.

Das Unternehmen hatte sämtliche Vorwürfe im November als haltlos zurückgewiesen. Damals mussten nach Razzien 17 der insgesamt 22 Firmen rund um die wichtigsten Gesellschaften "Infinus AG Ihr Kompetenzpartner", "Future Business KG auf Aktien" (Fubus) sowie "Prosavus AG" Insolvenz anmelden. Seitdem sitzen die sechs Manager in verschiedenen Justizvollzugsanstalten in Sachsen.

Die Stiftung Warentest rät Geschädigten, einen sogenannten dinglichen Arrest zu beantragen. Zugleich mahnt sie zur Eile.

Quelle: n-tv.de

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