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Verminte Technik für Atomprogramm?: Iran geht Siemens an

Die Vorwürfe des Iran haben es in sich: Der Siemens-Konzern soll für das Atomprogramm Bauteile mit kleinen Sprengsätzen geliefert haben. Diese "sollten explodieren, um unser gesamtes System zu zerstören", so ein iranischer Parlamentsabgeordneter. Bei Siemens allerdings wundert man sich und hat gute Gründe dafür, warum es keine verminte Lieferung an den Iran gegeben haben kann.

Der deutsche Siemens-Konzern hat dem Iran nach Angaben eines iranischen Parlamentsabgeordneten verminte Technik für das Atomprogramm des Landes geliefert. Die Bauteile seien mit kleinen Sprengsätzen gespickt gewesen, sagte der Vorsitzende des Ausschusses für Nationale Sicherheit und Außenpolitik, Aladin Borudscherdi, nach Angaben des Informationsdienstes des Parlaments, Icana.

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"Die Geheim- und Sicherheitsdienste haben Sprengsätze in der Ausrüstung entdeckt, die uns für unsere Atomaktivitäten geliefert worden war", sagte Borudscherdi. Diese "sollten explodieren, um unser gesamtes System zu stören. Aber die iranischen Experten haben das Komplott des Feindes trotzdem verhindert."

Siemens wies die Aussagen zurück und dementierte, überhaupt Technik für das iranische Atomprogramm geliefert zu haben. "Siemens unterhält keine Geschäftsbeziehungen zum iranischen Nuklearprogramm und liefert auch keine technische Ausrüstung dafür", sagte der Sprecher der Siemens-Industriesparte. Es gebe deshalb "keinerlei Lieferung", die hätte vermint werden können. "Schon aus diesem Grund können wir nichts dazu sagen." Siemens hatte im Herbst 2009 angekündigt, keine neuen Geschäfte mehr mit Geschäftspartnern im Iran zu machen.

Der USA und Israel streiten um rote Linie beschuldigen die iranische Führung, heimlich an einer Atombombe zu bauen. Diese weist den Vorwurf zurück und pocht auf ihr Recht zur zivilen Nutzung der Atomenergie. Den westlichen Mächten und Israel wirft die Regierung in Teheran regelmäßig vor, das umstrittene Atomprogramm des Landes sabotieren zu wollen, sie liefert dafür aber kaum Beweise. In den vergangenen zwei Jahren wurden aber vier iranischen Atomwissenschaftler getötet. Zudem richteten sich zwei hoch komplexe Computerviren, Trojaner späht Bankdaten aus und Flame, gegen iranische Atomanlagen.

Quelle: n-tv.de

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