Wirtschaft
Ratingagenturen beurteilen die Zukunft der Grünen Insel wieder zuversichtlich.
Ratingagenturen beurteilen die Zukunft der Grünen Insel wieder zuversichtlich.(Foto: REUTERS)

Kein "Ramsch" mehr: Irland wird kreditwürdiger

Irland erntet weitere Früchte seiner Reformpolitik. Die Ratingagentur Moody's stuft die Bonität des Landes hoch. Die Experten freuen sich über Wirtschaftswachstum und Haushaltskonsolidierung – und signalisieren deshalb noch bessere Noten.

Mit Moody's beurteilt auch die dritte der großen Ratingagenturen Irlands Kreditwürdigkeit nicht mehr als "Ramsch". Die Amerikaner erhöhten die Bonität des Landes von "Ba1" auf "Ba3". Damit gelten irische Staatsanleihen wieder als relativ sichere Anlage – im Fachjargon "Investment Grade" genannt. Lange galten sie als "Junk" und durften deshalb von vielen Großinvestoren nicht gekauft werden. Moody's versah die Bewertung außerdem mit einem positiven Ausblick und signalisierte damit, dass eine weitere Aufwertung wahrscheinlich ist.

Irland war im Zuge der globalen Finanzkrise in Schwierigkeiten geraten und musste Milliarden in sein überdimensioniertes Bankensystem pumpen. Das überforderte den Inselstaat, er konnte sich am Kapitalmarkt nicht mehr finanzieren. So rettete sich das Land vor knapp drei Jahren unter den Rettungsschirm und erhielt von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds (IWF) Kredite in Höhe von 67,5 Milliarden Euro, um der Pleite zu entgehen. Im Gegenzug verpflichtete sich das Land zu Strukturreformen und Steuererhöhungen. Im Dezember verließ Irland den Rettungsschirm als erster der Krisenstaaten.

Positive Aussichten

Moody's nennt mehrere Gründe für die freundlichere Bewertung des Landes. Das beschleunigte Wirtschaftswachstum und die haushaltspolitische Konsolidierung dürften den Schuldenstand verringern, hieß es. Außerdem verbessere sich die Lage am Arbeitsmarkt. Zudem habe Irland das Hilfsprogramm von EU und IWF wie geplant verlassen, ohne weitere Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Grund dafür sei die erfolgreiche Reformpolitik der Regierung. Die Amerikaner gehen davon aus, dass Irland ab dem Jahr 2015 das Haushaltsdefizit nachhaltig unter die Marke von drei Prozent drücken und damit ein wesentliches Maastricht-Kriterium wieder erfüllen wird.

Trotz der Heraufstufung bewertet Moody's Irland schlechter als die beiden großen Konkurrenten S&P und Fitch. Diese stufen das Land mit "BBB+" zwei Stufen besser ein.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen