Riesiges AuftragsminusItaliens Industrie schwächelt
Eine marode Haushaltslage und ein schwaches Wachstum: Italien durchlebt eine schwere Zeit. Der Weg aus der Krise ist steinig - das beweisen die schlechten Industrie-Auftragsdaten.
Italiens Industrie bekommt in der Schuldenkrise einen immer stärkeren Gegenwind zu spüren. Die Unternehmen sammelten im September 8,3 Prozent weniger Aufträge ein als im Monat zuvor, wie das dortige Statistikamt Istat mitteilte.
Es war der größte Rückgang im Neugeschäft seit zwei Jahren. Im August hatte es noch ein Plus von 4,2 Prozent gegeben. Die Umsätze sanken im September auf Monatssicht um 5,4 Prozent.
Die italienische Wirtschaft wächst deutlich schwächer als seine großen europäischen Handelspartner. Die EU-Kommission erwartet 2011 nur einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 0,5 Prozent und sagt für das kommende Jahr sogar nur ein Mini-Plus von 0,1 Prozent voraus. Zum Vergleich: Die deutsche Wirtschaft dürfte 2011 um rund drei Prozent zulegen und 2012 immerhin noch um etwa ein Prozent wachsen.
Das Euro-Land versucht mit einer neuen Technokraten-Regierung unter dem früheren EU-Kommissar Mario Monti dem Abwärtsstrudel der Schuldenkrise zu entkommen.