Mittwoch, 30. Dezember 2009
Warten auf Entscheidung: JAL hängt in der Luft
Im Fall einer Insolvenz von Japan Airlines soll angeblich ein staatlich gestützter Fonds der Fluggesellschaft unter die Arme greifen. Alle Hoffnungen ruhen auf der Sanierungsgesellschaft Enterprise Turnaround Initiative Corporation of Japan (Etic).Die Sanierungsgesellschaft Etic wolle die laufenden Kosten absichern und so den Betrieb garantieren, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Das japanische Kabinett wollte am Vormittag (MEZ) über die Zukunft des Unternehmens beraten. Entscheidungen über Sanierungswege seien dabei allerdings noch nicht gefallen, sagte Verkehrsminister Seiji Maehara.
Dem Insider zufolge ist für die überschuldete JAL ein Insolvenzverfahren als Teil einer staatlichen Umstrukturierung im Gespräch. Dies verunsicherte die Anleger am letzten Handelstag in Tokio, die sich um den Wert ihrer Anteile sorgten. Die Investoren trennten sich daraufhin in Scharen von den Papieren des Unternehmens. Zeitweilig rutschten die Papiere um mehr als 30 Prozent auf ein Rekordtief ab.
Eine Insolvenz könnte zudem die Gespräche von JAL mit American Airlines und Delta Air Lines über milliardenschwere Investitionen bei den Japanern erschweren. Beide US-Fluglinien und ihre Allianzen wollen sich Zugang zum asiatischen JAL-Streckennetz sichern und die Zusammenarbeit auf den Pazifik-Routen ausbauen.
Japan Airlines hatte im Oktober die kurz zuvor mit staatlicher Unterstützung geschaffene Sanierungsgesellschaft Etic um Hilfe gebeten. Mit einer Entscheidung von Etic über eine Unterstützung der Airline wird im kommenden Monat gerechnet. Der Gesellschaft stünden dafür bis Ende des japanischen Finanzjahres im März bis zu 12,1 Mrd. Euro zur Verfügung.
Einige der Gläubiger der Fluggesellschaft lehnen jedoch ein Insolvenzverfahren ab. Zu den wichtigsten JAL-Kreditgebern gehören unter anderem die drei größten Banken des Landes Mitsubishi UFJ Financial Group, Mizuho Financial Group und Sumitomo Mitsui Financial Group.
JAL steuert auf den vierten Jahresverlust binnen fünf Jahren zu. Die Wirtschaftskrise und hohe Kosten hatten die Airline in arge Bedrängnis gebracht. Ende September betrug der Schuldenberg mehr als zehn Mrd. Euro. Damit wäre eine Pleite von JAL die sechstgrößte in der Geschichte des Landes.
rts
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