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Eurofighter Typhoon mit Show-Effekten an den Flügelspitzen: Die Japaner sind zumindest interessiert.
Eurofighter Typhoon mit Show-Effekten an den Flügelspitzen: Die Japaner sind zumindest interessiert.(Foto: REUTERS)

Wer beherrscht den Himmel?: Japan bestellt neue Kampfjets

Dem europäischen Flugzeugbau droht ein weiterer Rückschlag bei einem wegweisenden Prestigeprojekt: Japanische Militärs wünschen sich neue Jagdmaschinen als Ersatz für alte ihre uralten Flieger. Zu Auswahl stehen Modelle aus Europa und den USA. Die Amerikaner rechnen sich gute Chancen aus.

Die Luftwaffe der japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte bekommt neue Kampfflugzeuge.

F-35 auf dem Flugfeld: Bei Einkäufen dieser Größenordnung spielen Stückpreis und Flugeigenschaften eine nachgeordnete Rolle.
F-35 auf dem Flugfeld: Bei Einkäufen dieser Größenordnung spielen Stückpreis und Flugeigenschaften eine nachgeordnete Rolle.(Foto: AP)

Die Entscheidung der Regierung in Tokio steht nach Informationen der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo  noch in dieser Woche an. Dem Bericht zufolge dürfte sich Japan wohl für den neuartigen US-Tarnkappen-Kampfjet "F-35" entscheiden. Das Konkurrenzmodell aus Europa, der "Eurofighter" sei wohl aus dem Rennen.

Den Beschluss über den Kauf werde der nationale Sicherheitsrat unter Vorsitz von Ministerpräsident Yoshihiko Noda an diesem Freitag treffen, hieß es.

Geplant sei, etwa 40 Stück der neuen Kampfjets anzuschaffen. Sie sollen Japans alternde Flotte von "F-4 Phantom"-Flugzeugen ersetzen. Die Entwicklung der Phantom reicht zurück bis in die frühen 1950er Jahre. Maschinen dieses Typs flogen für die US-Luftwaffe im Vietnamkrieg. Während des Kalten Krieges bildeten die "F-4" als Jäger und Jagdbomber das Rückgrat der Luftstreitkräfte am Himmel über Europa.

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Insgesamt stehen im Rahmen der Modernisierung der japanischen Luftstreitmacht drei Modelle zur Auswahl: Neben dem Tarnkappenjet "F-35" von Lockheed Martin und dem "" käme noch das US-Modell McDonnell Douglas "F/A-18" des Herstellers Boeing infrage. Der "Eurofighter" ist ein Gemeinschaftsprojekt der europäischen Luftfahrt- und Rüstungsunternehmen EADS, BAE, Alenia und Casa.

Japan will, dass sich heimische Konzerne so weit wie möglich an der Herstellung der Kampfflugzeuge beteiligen. Ein Zuschlag für einen der beiden amerikanischen Hersteller dürfte in den USA in Anbetracht der angespannten Lage am Arbeitsmarkt auf großes Wohlwollen und politischen Beifall stoßen.

Der Einstieg der Japaner in das Projekt "F-35", an dem neben den USA schon jetzt weitere Nationen in unterschiedlichen Ausmaßen beteiligt sind, wäre nicht nur ein Signal engerer japanisch-amerikanischer Zusammenarbeit, sondern gleichzeitig auch ein starker Impuls für die Exportbemühungen der US-Rüstungsindustrie.

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Quelle: n-tv.de

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