Wirtschaft

Trendwende im Fernen Osten: Japan kämpft sich aus der Deflation

Die Politik des billigen Geldes durch die Regierung Abe zeigt Wirkung. Die japanische Inflationsrate im Oktober ist die höchste seit Herbst 2008. Das Land hatte jahrelang mit fallenden Preisen bei Waren und Dienstleistungen zu kämpfen.

Ministerpräsident Shinzo Abe bekämpft die Deflation.
Ministerpräsident Shinzo Abe bekämpft die Deflation.(Foto: AP)

Die Inflation in Japan ist im Oktober auf den höchsten Stand seit fünf Jahren gestiegen. Nach Angaben der Statistikbehörde lag das an höheren Energiepreisen und sonstigen Preissteigerungen. Gegenüber dem Vorjahresmonat stiegen die Verbraucherpreise um 0,9 Prozent. Ohne die Preise von Nahrungsmitteln und Energie erhöhten sich die Verbraucherpreise im Jahresabstand um 0,3 Prozent. Die Inflationsrate war damit erstmals seit Oktober 2008 wieder positiv und so hoch wie zuletzt im August 1998.

"Dank der Auswirkungen von Abenomics beginnt sich ein Ende der Deflation abzuzeichnen", sagte Wirtschaftsminister Akira Amari. Der Preisrückgang bei langlebigen Konsumgütern schwächte sich von 4,5 auf 2,9 Prozent ab, Unfallversicherungen verteuerten sich um 10,1 Prozent. Ministerpräsident Shinzo Abe verfolgt eine Politik des billigen Geldes.

Masahiko Hashimoto, Ökonom beim Daiwa Institute of Research, verwies auf den relativ breiten Preisanstieg und sagte: "Wenn die Kerninflation stabil im positiven Bereich bleibt, dauert es vielleicht nicht mehr lange, bis die Regierung die Deflation für beendet erklärt." Die Bank of Japan strebt allerdings 2 Prozent Inflation an. Auch für November zeichnet sich eine positive Inflationsrate ab: Im Großraum Tokio, für den bereits Preisangaben vorliegen, lag die Kerninflation bei 0,6 Prozent.

Industrie im Aufwind

Hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung verzeichnete die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt im Oktober Fortschritte. So stieg die Industrieproduktion im Vergleich zum Vormonat. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums erhöhte sich der Ausstoß um saisonbereinigt 0,5 Prozent. Damit legte die Produktion im nunmehr zweiten Monat in Folge zu.

Gute Signale kamen auch vom Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosenquote lag im Oktober unverändert bei 4,0 Prozent. Nach Angaben der Regierung verbesserte sich jedoch erstmals seit zwei Monaten das Verhältnis zwischen der Zahl der Arbeitsuchenden und dem Arbeitsplatzangebot. Demnach kamen im Oktober auf 100 Jobsuchende 98 offene Stellen. Im September waren es noch 95 Stellen gewesen.

Quelle: n-tv.de

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