Wirtschaft
Der Exportzuwachs ist deutlich geringer ausgefallen als erwartet.
Der Exportzuwachs ist deutlich geringer ausgefallen als erwartet.(Foto: REUTERS)

Niedriger Yen-Kurs wirkt nicht: Japan verbucht Rekord-Handelsdefizit

Japans Handelsbilanz befindet sich in einer gehörigen Schieflage. Die Geschäfte mit China laufen nicht mehr wie gewünscht. Außerdem zeigt Tokios Geldpolitik Schwächen. Ergebnis ist ein Defizit, das an die 100-Milliarden-Grenze reicht.

Trotz des billigen Yen schwächeln die japanischen Exporte. Die Ausfuhren legten mit einem Plus von 1,8 Prozent zum Vorjahr überraschend wenig zu, wie das Finanzministerium in Tokio mitteilte. Experten hatten einen Zuwachs von 6,3 Prozent erwartet, im Februar gab es noch ein Plus von 9,8 Prozent.

Dabei bekam die Wirtschaft der Exportnation vor allem die Konjunkturabkühlung in China zu spüren. Denn das Wachstum der Ausfuhren in die Volksrepublik verlangsamte sich auf 4,3 von 27,6 Prozent im Februar.

Die enttäuschenden Daten schürten Sorgen vor einer größeren Flaute der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt, denn die Erhöhung der Mehrwertsteuer Anfang April dürfte auch den Binnenkonsum dämpfen.

Da zugleich die Importe mit 18,1 Prozent überraschend kräftig wuchsen, stieg das Defizit in der Handelsbilanz im Fiskaljahr bis Ende März auf den Rekordwert von umgerechnet rund 97 Milliarden Euro. Es war zugleich der 21. Monat in Folge, dass Japan mehr Waren und Dienstleistungen importierte als exportierte.

Grund sind zum einen die Energie-Einfuhren, auf die das Land seit der Stilllegung seiner Atomkraftwerke nach der Fukushima-Katastrophe vor drei Jahren angewiesen ist. Zum anderen liegt das aber auch an der von der Regierung forcierten Yen-Schwäche, die japanische Waren im Ausland verbilligen und damit eigentlich die Exporte ankurbeln soll, die aber auch die meist in Dollar abgerechneten Importe verteuert.

Zudem haben viele Verbraucher Anschaffungen wegen der höhere Mehrwertsteuer vorgezogen, mit der die Regierung die hohe Staatsverschuldung in den Griff bekommen will.

Quelle: n-tv.de

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