Wirtschaft
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Anleiheverkauf in großem Stil: Japaner verlassen Eurozone

Japans Gläubiger bekommen kalte Füße und verlassen in Scharen die Eurozone. Einem Zeitungsbericht zufolge verkaufen sie staatliche Staatsanleihen. Auch Deutschland sei davon betroffen.

Die japanischen Gläubiger reduzieren ihr Engagement in Staatsanleihen aus der Eurozone. Banken, Lebensversicherungen und andere institutionelle Investoren zögen sich nicht nur aus Italien zurück, sondern auch aus dem sicheren Hafen Deutschland, meldete die Tokioter Wirtschaftszeitung "Nikkei".

Demnach teilte das japanische Finanzministerium mit, dass die privaten Gläubiger von Januar bis November des alten Jahres staatliche Schuldtitel im Wert netto 2,05 Billionen Yen verkauft hätten. Das Jahr 2011 könnte deshalb einschließlich der Verkäufe im Dezember zum Jahr des größten Kapitalabzugs durch japanische Investoren werden. Sie trennten sich in den elf Monaten von italienischen Schuldverschreibungen in Höhe von 987,3 Milliarden Yen und von französischen im Volumen von 863,5 Milliarden Yen.

Der Lebensversicherer Dai-ichi Life Insurance Co reduzierte seit Ende September die Bestände an italienischen Bonds und anderer hoch verschuldeter Länder um die Hälfte. Die Finanzwirtschaft des Kaiserreichs hat sogar damit begonnen, deutsche Staatsanleihen zu verkaufen, weil der Wert der auf Euro laufenden Papiere durch den Anstieg des Yen gelitten hat. Es gibt auch vermehrt die Sorge, ob Deutschland die Gemeinschaftswährung allein auffangen kann, wie das Blatt meldet.

Auf der anderen Seite steckten japanische Banken und Versicherungen mehr Geld in hochklassige Bonds außerhalb des Euroraums. So investierten sie von Januar bis November saldiert 379,1 Milliarden Yen in britische und 614,8 Milliarden Yen in australische Schatzwechsel. "Wir beobachten außerdem, dass japanische Investoren ihr Geld aus dem Ausland abziehen und in heimische Anleihen stecken", sagte ein Devisenhändler.

Quelle: n-tv.de

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