Wirtschaft
Sieht das nach einer Zinserhöhung aus? Die Jobdaten sind etwas besser als erwartet.
Sieht das nach einer Zinserhöhung aus? Die Jobdaten sind etwas besser als erwartet.(Foto: REUTERS)

Arbeitsmarktdaten aus den USA: "Job Report" lässt Gold und Euro zucken

Wie steht es um die US-Wirtschaft wirklich? Laut offiziellem "Job Report" - dem Bericht der US-Regierung zur Lage am Arbeitsmarkt - finden im Februar mehr Amerikaner in Lohn und Brot als erwartet. An den Märkten lösen die Daten starke Kursausschläge aus.

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In der US-Wirtschaft sind im Februar mehr Stellen entstanden als erwartet. Wie aus dem mit Spannung erwarteten Regierungsbericht zur Lage am Arbeitsmarkt hervorgeht, kamen im Februar außerhalb der Landwirtschaft insgesamt 242.000 Arbeitsplätze hinzu. Im Vorfeld befragte Analysten hatten dagegen im Schnitt mit einem Stellenaufbau von lediglich 200.000 Jobs gerechnet.

Im privaten Sektor schufen die Unternehmen laut "Job Report" 230.000 neue Stellen. Im öffentlichen Sektor entstanden im gleichen Zeitraum lediglich 12.000 neue Jobs. Die Beschäftigung in der Landwirtschaft wird in der Statistik wie üblich ausgeklammert, um den Gesamteindruck nicht durch die dort üblichen starken Saisoneffekte zu verzerren. Die separat erhobene Arbeitslosenquote verharrte im Februar wie an den Märkten erwartet bei 4,9 Prozent.

An den Märkten gilt der monatlich vorgelegte Arbeitsmarktbericht als wichtiger Gradmesser zur konjunkturellen Entwicklung in den USA. Die im Job Report enthaltenen Daten lassen zudem Rückschlüsse auf mögliche Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) zu. Die Währungshüter orientieren sich in ihrer Geld- und Leitzinspolitik unter anderem an den Trends am Arbeitsmarkt.

Gold plötzlich 24 Dollar billiger

Diesmal fallen die Daten mit einer Zeit großer Unsicherheit zusammen: Mitte März kommen führende Notenbanker der Fed zu ihrem nächsten Zinstreffen zusammen, um über das weitere Vorgehen im Dollar-Raum zu beraten. Starke Signale vom Arbeitsmarkt deuten darauf hin, dass die Fed mit der im vergangenen Dezember eingeleiteten Zinswende wie geplant fortfahren könnte. Wie die Währungshüter die Daten bewerten, ist allerdings noch offen.

Die Kurse von Euro, Gold und Aktien-Indizes reagierten dennoch deutlich: Der Dax sprang in den ersten Minuten nach der Veröffentlichung des Job Reports um fast 80 Zähler nach oben und markierte ein neues Tageshoch bei 9899,11 Punkten. Der Kurs des Euro sackte dagegen scharf ab und fiel bis auf ein neues Tagestief bei 1,0903 Dollar zurück.

Die Notierungen für Edelmetall verzeichneten ebenfalls starke Kursausschläge: Die Feinunze Gold verbilligte sich in einer ersten Reaktion zeitweise bis auf 1250,63 Dollar. Wenige Minuten zuvor lag der Goldpreis in der Spitze noch bei 1274,89 Dollar - ein Kursrutsch von mehr als 24 Dollar.

Düstere Signale aus der Handelsbilanz

Bedenken weckten in Fachkreisen auch die zeitgleich vorgelegten Daten aus dem US-Handelsministerium: Das Defizit in der US-Handelsbilanz ist demnach im Februar deutlich stärker angeschwollen als erwartet. Beobachter werteten die Entwicklung als Hinweis darauf, dass sich das flaue Wachstum der Weltwirtschaft mittlerweile auch in der US-Wirtschaft bemerkbar macht.

Das Defizit betrug nach vorläufigen Berechnungen 45,68 Milliarden Dollar. Im Vorfeld befragte Volkswirte hatten lediglich mit einem Defizit von 44,00 Milliarden Dollar gerechnet. Wie das US-Handelsministerium berichtete, belief sich das Defizit im Vormonat auf revidiert 44,70 Milliarden Dollar, nachdem vorläufig ein Minus von 43,36 Milliarden Dollar genannt worden war.

Deutlich sichtbar wird der aktuelle Trend bei den Ein- und Ausfuhrvolumina: Die US-Exporte sanken den Angaben zufolge im zurückliegenden Monat um 2,1 Prozent auf 176,46 Milliarden Dollar. Das war das niedrigste Volumen seit Februar 2011. Die Importe reduzierten sich mit 1,3 Prozent auf 222,13 Milliarden Dollar etwas gedämpfter. Die heimische Nachfrage bleibt damit aus US-Sicht weitgehend stabil, während sich die Ausfuhren - bedingt durch eine schwächere Nachfrage im Ausland - deutlicher abschwächen.

An den Finanz- und Devisenmärkten wird der Fehlbetrag in der US-Handels- und Leistungsbilanz in der Regel mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Zur Finanzierung der Defizite benötigen die USA große Kapitalzuflüsse aus dem Ausland. Die Entwicklung übt damit Einfluss auf die Wechselkurse aus.

Quelle: n-tv.de

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