Wirtschaft
2016 wird für K+S eher ein maues Jahr.
2016 wird für K+S eher ein maues Jahr.(Foto: picture alliance / dpa)

Trübe Aussichten für 2016: K+S verdient mehr - und stapelt tief

Prognose erreicht - in Teilen leicht übertroffen: Der Kali- und Salzhersteller K+S blickt auf ein erfolgreiches Jahr. Die Aktionäre sollen entsprechend belohnt werden. Denn nun folgt eine wohl eher bittere Zeit.

Der Kali- und Düngemittelkonzern K+S hat im vergangenen Jahr ungeachtet aller juristischen Probleme zugelegt. Wie das Kasseler Unternehmen mitteilte, stiegen Umsatz, operatives Ergebnis und Gewinn auf Jahressicht teils kräftig. Mit einer deutlichen Dividendenanhebung will der Konzern die Aktionäre am Erfolg teilhaben lassen. Manchen mag dies als Trostpflaster dienen - denn der Ausblick für das laufende Jahr ist trübe. Zudem hat der Konzern nach der abgewehrten Übernahme durch den kanadischen Rivalen Potash weiter mehrere Baustellen. Unter anderem werden Konzernchef Norbert Steiner und Chefaufseher Ralf Bethke Gewässerverunreinigung und unerlaubter Umgang mit Abfällen vorgeworfen.

Insgesamt summierten sich die Erlöse auf 4,2 Milliarden Euro und lagen damit um neun Prozent über dem Vorjahr. Das operative Ergebnis (Ebit I) legte sogar um mehr als ein Fünftel auf 782 Millionen Euro zu. Damit lag es zwar innerhalb der Spanne, wie das Unternehmen verkündete. Doch schrammte es nur knapp an deren unterer Grenze vorbei. Unter dem Strich blieben mit 542 Millionen Euro fast 50 Prozent mehr. Letztlich profitierte das Unternehmen von höheren Preisen sowie dem im Vergleich zum Dollar schwachen Euro. Der mengenmäßige Absatz sank indes.

"Trotz der eingetrübten Lage am Kalimarkt haben wir uns im Jahr 2015 auch aufgrund unseres breiten Produktportfolios gut geschlagen und unsere Prognose beim Ergebnis erreicht", sagte Konzernchef Steiner. Und so soll die Dividende um mehr als ein Viertel auf 1,15 Euro je Anteilsschein steigen.

Produktionseinschränkung möglich

Im laufenden Jahr rechnet K+S mit einer weiteren Eintrübung der Märkte. Grund ist unter anderem die angespannte Wirtschaftslage in etlichen Schwellenländern. Die milde Witterung dürfte ferner auf dem Salzgeschäft lasten. Zudem bereitet der Konzern die Anleger wegen der eingeschränkten Erlaubnis zur Versenkung von salzhaltigen Abwässern auf mögliche Produktionskürzungen im Werk Werra vor. Dagegen soll das kanadische Werk wie geplant zur Jahresmitte seinen Betrieb aufnehmen.

Für Umsatz und operatives Ergebnis geht das Unternehmen daher von moderaten bis deutlichen Rückgängen aus. Optimismus verbreitet Steiner dagegen für die folgenden Jahre. Die Langfristziele wurden bekräftigt und sollen vor allem durch die neue Produktionsstätte in Kanada sowie Einsparungen erreicht werden.

Den Markt vergrault der Konzern zunächst offenbar nicht mit seinem Ausblick. Damit sei gerechnet worden, hieß es am Morgen aus dem Handel. "Der Preisdruck in einigen Bereichen wie bei Kaliumchlorid ist möglicherweise nicht ganz so stark wie befürchtet", sagt ein Händler. Positiv sei auch die Dividende, die 10 Cent über den Prognosen liege. Die Gewinnkennziffern für das vergangene Jahr lägen leicht über den Erwartungen. "Damit ist eine Kurserholung drin", meinte ein Händler. Wegen des bevorstehenden Dax-Abstiegs könnten Erholungen aber zum Ausstieg genutzt werden.

Quelle: n-tv.de

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