Wirtschaft
Reich durch Erdgas: Doha, Hauptstadt des kleinen Emirats Katar.
Reich durch Erdgas: Doha, Hauptstadt des kleinen Emirats Katar.(Foto: REUTERS)

"Aktiv, vorsichtig und konservativ": Katar geht auf Einkaufstour

Der Staatsfonds des kleinen, aber finanzstarken Emirats Katar sucht nach neuen Ideen zur Geldanlage: Nach Investitionen bei großen Namen wie Volkswagen, Harrods und Credit Suisse darf die Qatar Holding weitere 23 Mrd. Euro in Aktien stecken.

Der Emir von Katar: Scheich Hamad bin Khalifa al-Thani wünscht sich eine aktive, vorsichtige und konservative Geldanlage.
Der Emir von Katar: Scheich Hamad bin Khalifa al-Thani wünscht sich eine aktive, vorsichtige und konservative Geldanlage.(Foto: REUTERS)

Der Staatsfonds von Katar will im laufenden Jahr wieder tief in die Schatulle des Herrscherhauses greifen und weitere Unternehmensbeteiligungen aufkaufen. Es seien Investitionen im Ausland im Umfang von insgesamt mehr als 30 Md. US-Dollar (rund 22,7 Mrd. Euro) geplant, sagte Hussein al-Abdulla am Rande einer Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen in Doha.

Al-Abdulla ist der stellvertretende Vorsitzende der Qatar Holding, die unter anderem auch an deutschen Weltkonzernen wie VW-Imperium wächst weiter , Katar erhöht Einsatz und Hochtief weckt Gewinnsorgen beteiligt ist. Die Holding arbeitet unter dem Dach des Staatsfonds Qatar Investment Authority (QIA), der das Vermögen der Herrscherfamilie Al-Thani verwalten soll.

Der Staatsfonds verfolgte in den vergangenen Jahren eher aggressive Strategien. Wiederholt traten die Katarer als Investoren bei europäischen Konzernen auf. Neben den bekannten Investments in Deutschland hält der Fonds auch Aktienpakete an der Londoner Börse, der Schweizer Großbank Credit Suisse, dem Londoner Nobelkaufhaus Harrods und der britischen Barclays Bank.

Die Beteiligung an Frankreichs Ölkonzern Katar kauft sich bei Total ein erhöhte der Fonds jüngst auf drei Prozent. Den Kauf weiterer Papiere schloss der Chef der Staatsfonds-Tochter Qatar Holding, Ahmad al-Sayed, nicht aus.

Qatar-Holding-Vize al-Abdullah deutete nun einen Strategiewechsel an: Vor allem in Europa sei es derzeit notwendig, mit größter Sorgfalt auszuwählen, betonte er.

Al-Abdullah dürfte Aktionären aus Deutschland vor allem durch seinen Sitz im VW-Aufsichtsrat bekannt sein. "Unsere aktuelle Strategie ist gleichzeitig aktiv, vorsichtig und konservativ", beschrieb al-Abdullah nun die neue QIA-Linie.

Quelle: n-tv.de

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