Wirtschaft
Gar nicht mehr so teuer, das Tanken. Niedrige Kerosin-Rechnungen lassen die Lufthansa frohlocken.
Gar nicht mehr so teuer, das Tanken. Niedrige Kerosin-Rechnungen lassen die Lufthansa frohlocken.(Foto: REUTERS)

Niedriger Ölpreis: Kerosin-Preis beflügelt Lufthansa-Gewinn

Fliegen kann so schön sein - vor allem wenn das Kerosin billig ist. So wie jetzt: Der niedrige Ölpreis beflügelt die Lufthansa, die nun einem satten Gewinnplus entgegensegelt. Das fällt allerdings kleiner aus, als es möglich wäre.

Die Konkurrenz ist hart, die Kosten hoch und die Passagiere knauserig - eine Fluggesellschaft zu betreiben ist kein leichtes Geschäft. Wenn sich die Luftfahrt-Manager aufheitern wollen, schauen sie auf die Rohstoffmärkte. Der Ölpreis ist angenehm niedrig. Und das beflügelt die größte deutsche Airline: Deutlich niedrigere Treibstoffkosten dürften den Gewinn der Lufthansa in diesem Jahr nach oben treiben.

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Der Vorstand erwarte 2015 einen "signifikanten" Anstieg des operativen Gewinns, der im vergangenen Jahr nach ersten Schätzungen rund eine Milliarde Euro erreicht habe, teilte die Fluglinie auf einer Investorenkonferenz in New York mit. So rechnet die Lufthansa 2015 nach Absicherungsgeschäften gegen Ölpreisschwankungen (Hedging) noch mit  Kerosinkosten von 5,8 (Vorjahr: 6,7) Milliarden Euro.

Der Vorstand kalkuliert dabei mit einem Preis für das Fass der Nordseesorte Brent  von 68 Dollar. Jetzt sackte der Brent-Preis derweil unter die 50-Dollar-Marke auf 48,55 Dollar pro Barrel ab, den tiefsten Stand seit knapp sechs Jahren.

"Sehr positiver Faktor"

An der Börse kamen die Nachrichten gut an. Mit einem Plus von mehr als drei Prozent auf 14,49 Euro setzten sich die Lufthansa-Papiere an die Spitze im Dax und markierten ein Fünf-Wochen-Hoch. "Der erwartete Rückgang der Treibstoffkosten ist höher als wir erwartet haben", kommentierte Dirk Schlamp von der DZ Bank. Er kündigte an, seine Schätzungen und das Kursziel anzuheben. "Der Preisrutsch beim Öl ist ein sehr positiver Faktor für die Lufthansa", schreibt auch Equinet-Analyst Jochen Rothenbacher.

Seit Juni vergangenen Jahres ist der Ölpreis um rund die Hälfte eingebrochen. Bislang profitierten weder die Lufthansa noch Konkurrent Air Berlin kaum davon, da die Gesellschaften sich gegen Ölpreisschwankungen absichern. Durch das Hedging sind sie vor plötzlichen Preisanstiegen gefeit, profitieren aber auch nicht unmittelbar von sinkenden Ölnotierungen. Der Lufthansa-Vorstand kündigte nun an, den Hedging-Grad auf 73 (2014: 79) Prozent zu senken.

Lufthansa kalkulierte in der Präsentation auf Basis der Ölpreise am 11. Dezember. Damals lagen die Kurse für das Schwarze Gold noch deutlich über den aktuellen. Aus der Präsentation geht hervor, dass die Fluggesellschaft bei einem Preisverfall um 20 Prozent nur noch 5 Milliarden Euro an Treibstoffkosten zu tragen hätte. Umgekehrt würde ein 20 Prozent höherer Ölpreis als am 11. Dezember die Kerosinrechnung mit 6,6 Milliarden Euro wieder auf Vorjahresniveau treiben. Allerdings basieren die Prognosen auf einem Eurokurs von 1,24 Dollar. Der schwache Euro hat derzeit einen negativen Effekt auf diese Rechnung.

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Quelle: n-tv.de

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