Wirtschaft
Dampf und Rauch steigen aus dem RWE-Braunkohlekraftwerk Neurath II auf.
Dampf und Rauch steigen aus dem RWE-Braunkohlekraftwerk Neurath II auf.(Foto: picture alliance / dpa)

Gletscherschmelze bedroht Haus: Kleinbauer aus Peru verklagt RWE

Was haben ein peruanischer Kleinbauer und der Energieriese RWE miteinander zu tun? Offenbar mehr, als man denken sollte. In Essen kommt deswegen es zu einer Klage des Südamerikaners gegen den deutschen Konzern.

Im Zusammenhang mit den Risiken des Klimawandels klagt nach Angaben von Umweltschützern erstmals ein Betroffener gegen ein Unternehmen in Europa: Der peruanische Kleinbauer Saul Luciano Lliuya verklagt den deutschen Energiekonzern RWE wegen Gefahren durch Abschmelzen der Andengletscher auf knapp 20.000 Euro Schadenersatz, wie die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch mitteilte.

In der Klage beim Landgericht Essen macht der Kleinbauer demnach geltend, RWE sei maßgeblich mitverantwortlich für die Gletscherschmelze und die dadurch entstehende Bedrohungslage für sein im Gebirgstal gelegenes Haus.

Laut Germanwatch fürchtet der peruanische Kläger um seine von einer möglichen Flutwelle bedrohte Heimatstadt Huaraz. RWE als europaweit größter Einzelemittent von Kohlendioxid solle sich an der Finanzierung von Schutzmaßnahmen an dem durch die Gletscherschmelze wachsenden Gebirgssee oberhalb der Stadt beteiligen - und zwar in einer Größenordnung, die dem Anteil des Energiekonzerns an der Verursachung des globalen Klimawandels entspreche.

Der Umweltorganisation zufolge hatte RWE Ende April ein Anspruchsschreiben des Kleinbauern abgelehnt. Die Klage sei daher nun der nächste Schritt. Die Anwältin des Klägers, Roda Verheyen, sprach demnach von einem "Präzedenzfall".

Der Weltklimarat IPCC führt laut Germanwatch die Gletscherschmelze in den Anden auf den Klimawandel zurück. Der Gletschersee Palcacocha, der einige Kilometer oberhalb der Stadt liegt, wuchs nach Angaben der Organisation allein seit 2003 um mehr als das Vierfache. Durch den Klimawandel steige auch das Risiko, dass sich große Eisblöcke von den Gletschern lösen und in den See stürzen. Dann würde eine verheerende Flutwelle in den unteren besiedelten Gebieten drohen.

Quelle: n-tv.de

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