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Bauklötze übertrumpfen Barbie: Lego wird weltgrößter Spielzeugkonzern

Dänemarks Spielzeug-Exportschlager Lego mausert sich zum weltgrößten Hersteller von Spielzeug. Der Triumph über den US-Rivalen Mattel beruht zum Großteil auf dem erfolgreichen Lego-Film. Doch am wichtigsten bleibt das Kerngeschäft.

Der Legostein ist an Barbie vorbeigezogen. Dank ihrer Erfolge mit Produkten rund um den Film "The Lego Movie" hat die Lego A/S Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr kräftig gesteigert und so den Barbie-Hersteller Mattel als größten Spielzeugkonzern der Welt knapp überholt.

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Legos Vorsprung ist nach sechs Monaten aber nur hauchdünn. Ob die Dänen den US-Rivalen auch auf Jahressicht hinter sich lassen können, ist noch nicht gesagt. Denn die wichtigste Zeit des Jahres ist für Spielzeughersteller die zweite Jahreshälfte mit dem lukrativen Weihnachtsgeschäft.

Mattel hatte Anleger und Analysten im Juli massiv enttäuscht. Die Zahlen hatten die Erwartungen vor allem wegen des schwachen Barbie-Absatzes auf ganzer Linie verfehlt. Allerdings hat Mattel einen Vorstoß ins Klötzchengeschäft gewagt und dieses Jahr einen kanadischen Lego-Rivalen Mega Brands übernommen.

Legos Erfolg des ersten Halbjahres war vor allem auf den Verkauf der Produkte rund um den Film zurückzuführen. Es ist noch unklar, ob der Schwung des Kassenschlagers auch für den Rest des Jahres anhält. "Es bleibt abzuwarten, wie sich die Produktlinie um den Film entwickelt", sagte Konzernchef Jørgen Vig Knudstorp. Der Film, der in der zweiten Jahreshälfte auf DVD erscheinen wird, hat bis zum 21. August 468 Millionen US-Dollar eingespielt. Eine Fortsetzung, "The Lego Movie 2", soll 2017 in die Kinos kommen. Aber schon für das nächste Jahr plant Warner Bros. einen Film, der auf Legos "Ninjago"-Reihe basiert. Für Lego ist die Lizensierung der Filme jedoch kein so wichtiger Umsatzbringer wie der Verkauf seiner filmbasierten Spielsachen, etwa die Figuren aus "Star Wars" oder "Herr der Ringe".

Jeder Mensch besitzt im Schnitt 86 Legosteine

Der Umsatz in der ersten Jahreshälfte kletterte um 11 Prozent auf 11,5 Milliarden Dänische Kronen, umgerechnet etwa 1,54 Milliarden Euro. Am stärksten war das Wachstum in China, wo es in den ersten sechs Monaten um 50 Prozent in die Höhe ging. Lego hat trotz des Wandels im Spielzeuggeschäft Erfolg. Kinder wenden sich zunehmend Tablets und Konsolen zu. Gleichwohl schätzt der Konzern, dass jeder Mensch auf der Welt im Schnitt 86 Legosteine besitzt.

Lego-Finanzchef John Goodwin sagte dem Wall Street Journal, dass Lego für alles offen sein müsse, um auch bei sich ändernden Spielgewohnheiten bei den Kindern anzukommen.
Das physische Bauen mit Legosteinen bleibt das Herzstück des Unternehmens. Dennoch ist der Konzern immer auf der Suche nach Möglichkeiten, den Kindern eine ganze Reihe von Plattformen zu bieten. Die 2013 eingeführte Reihe "Legends of Chima" zum Beispiel ist mittlerweile nicht mehr nur als Legosteine-Set erhältlich, sondern es gibt sie auch als Online-Spiel, Video, TV-Serie und Comic.

"Kinder unterscheiden nicht mehr zwischen digital und nicht-digital wie wir, die wir nicht im digitalen Zeitalter aufwuchsen", sagte Goodwin. "Für sie ist das alles eine Erfahrung".
Der Gewinn von Lego kletterte im ersten Halbjahr um 14 Prozent auf 2,72 Milliarden Kronen. Das operative Ergebnis legte von 3,24 auf 3,63 Milliarden Kronen zu.

Quelle: n-tv.de

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