Wirtschaft
Der Discounter nimmt die braune Brause wieder ins Sortiment.
Der Discounter nimmt die braune Brause wieder ins Sortiment.(Foto: picture alliance / dpa)

Entspannung im Brausestreit: Lidl nimmt Coca-Cola wieder auf

Die Discount-Kette Lidl droht dem US-Softgetränke-Riesen Coca-Cola mit der Verbannung. Offenbar geht es um die Konditionen. Nun gibt es eine Lösung. Und Experten sind sicher, dass es nicht zum Schaden von Coca-Cola ausgegangen ist.

Der Lebensmitteldiscounter Lidl wird den weltweit wohl bekanntesten Softdrink Coca-Cola wieder ins Sortiment. Das bestätigten Sprecher beider Unternehmen dem "Wall Street Journal Deutschland".  Ab Anfang März werde Coca-Cola Classic wieder in allen circa 3.300 Filialen und damit bundesweit bei Lidl Deutschland erhältlich sein, sagte ein Lidl-Sprecherin. Ob auch andere Marken des Getränkeherstellers wie Sprite und Fanta erneut verkauft werden, wollten die Sprecher nicht sagen.

Vor knapp zwei Wochen hatte der Discounter seine Bestellungen bei Coca-Cola gestoppt. Vorausgegangen waren harte Preisverhandlungen, die zunächst nicht zu einer Einigung geführt hatten.

Branchenkenner waren allerdings bereits damals davon ausgegangen, dass Lidl nicht auf Dauer auf Coca-Cola in seinen Läden verzichten wird und dass die Verhandlungen mit dem Getränkehersteller weitergehen. Mit der Aktion von Lidl, in seinen Märkten Cola-Produkte durch die Marken Pepsi und Freeway zu ersetzen, wollte Lidl den Marktführer offenbar zu weiteren Preiszugeständnissen zwingen. Ob dies gelungen ist, ist offen. Beide Firmen äußerten sich nicht dazu.

Coca-Cola geht Preissenkungen nicht mit

Der Markt für Cola und Co. hat sich grundsätzlich verändert, seitdem Discount-Marktführer Aldi vor gut einem Jahr begonnen hat, neben der billigen Eigenmarke auch Coca-Cola, Sprite und Fanta zu verkaufen. Als Aldi im vergangenen Jahr den Dauerpreis für 1,25 Liter der braunen Brause von 99 auf 89 Cent senkte, geriet der Preis für Coca-Cola insgesamt ins Rutschen.

Coca-Cola Deutschland kann der in den Sonderangebots-Beilagen zu beobachtende Preisverfall bei seinem wichtigsten Produkt nicht recht sein. Nach Informationen des Fachblatts "Lebensmittel Zeitung" verlangte der Markenartikler in diesem Jahr von seinen Kunden trotz der oft niedrigen Preise im Verkauf mehr Geld für seine Produkte. Da war der Konflikt mit dem selbstbewussten Handelsriesen wohl programmiert.

Für den Handelsexperten Thomas Roeb scheint der Ausgang des Kraftemessens allerdings vorhersehbar. "Lidl sitzt wohl am kürzeren Hebel", meint er. Denn wenn Coca-Cola bei den Preiskonditionen einknicke, sei der Schaden für den Getränkehersteller viel größer als der Nutzen einer kompletten Wiedereinlistung bei Lidl. "Das brächte das ganze Konditionengefüge restlos durcheinander. Aldi wäre dann der Erste mit Nachforderungen", sagte der Experte.

Deutschlands Discounter leisten sich seit geraumer Zeit einen erbitterten Preiskrieg. Die Lidl-Märkte der Schwarz-Gruppe, die Edeka-Tochter Netto Marken Discount sowie Penny und Norma sind nach einem Ranking der Lebensmittelzeitung die größten Herausforderer des Platzhirsches Aldi. Mit immer neuen Sonderaktionen versuchen sie der Aldi-Gruppe, die es mit ihren über 4.000 Märkten auf einen geschätzten Bruttoumsatz von etwa 25,5 Milliarden Euro bringt, das Wasser abzugraben.

Quelle: n-tv.de

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