Wirtschaft
Trotz der Umbaukosten hat Linde die Jahresziele erreicht.
Trotz der Umbaukosten hat Linde die Jahresziele erreicht.(Foto: picture alliance / dpa)

Höhere Dividende angekündigt: Linde gibt sich nach Umbaujahr zuversichtlich

Der starke Euro und die Umbaukosten machen dem weltgrößten Industriegase-Hersteller Linde lange Zeit zu schaffen. Nach einem größtenteils durchwachsenen Jahr blickt der Dax-Konzern nun voller Zuversicht in die Zukunft. Denn es gibt Anlass zur Hoffnung.

Der Industriegase-Konzern Linde hofft nach einem schwierigen Jahr auf deutlichen Auftrieb 2015. Vor allem das Geschäft mit Gasen dürfte sich in diesem Jahr besser entwickeln: Der Umsatz soll auf 18,2 bis 19 Milliarden Euro anwachsen und der operative Gewinn nach einem kleinen Rückgang 2014 ebenfalls wieder steigen.

Hoffnung macht zudem ein solides Schlussquartal im vergangenen Geschäftsjahr: Umsatz und Betriebsgewinn (Ebitda) seien etwas besser als von ihm erwartet ausgefallen, schrieb LBBW-Analyst Ulle Wörner in einer Studie. Das honorierten auch die Anleger: Die Aktie stieg in einem freundlichen Gesamtmarkt um bis zu 1,5 Prozent auf 191,50 Euro. Auch die Dividende in Höhe von 3,15 Euro je Aktie überrasche positiv, sagte Wörner. Er hatte mit 3,05 Euro je Titel gerechnet.

Aber zunächst hatten dem Dax-Konzern 2014 bis weit ins Jahr der starke Eurokurs zu schaffen gemacht. Ein Effekt, der sich inzwischen durch den Verfall des Euro umgedreht hat. Dazu kamen im vergangenen Jahr hohe Umbaukosten und Probleme in Australien und Brasilien.

"Insgesamt haben die Risiken zugenommen"

Unter dem Strich sank der Gewinn im vergangenen Jahr deutlich um mehr als 16 Prozent auf noch 1,1 Milliarden Euro. Aber auch 2015 werde nicht einfacher, warnte der seit knapp einem Jahr amtierende Linde-Chef Wolfgang Büchele. "Keine Frage, die Welt ist unübersichtlicher geworden, gewohnte Sicherheiten gelten nicht mehr, insgesamt haben die Risiken zugenommen", schrieb Büchele in seinem ersten Geschäftsbericht. Dabei werde sich das Gase-Geschäft besser entwickeln, das den Löwenanteil des Umsatzes ausmacht.

Linde stellt unter anderem Gase für die Verwendung in der Industrie und der Medizin her. Weltweit beschäftigt der Konzern mehr als 60.000 Mitarbeiter. Schwieriger dürfte es im Anlagenbau werden. Der derzeit niedrige Ölpreis bringt Ölfirmen dazu, beim Ausbau ihrer Förderung zu sparen. Linde ist in diesem Bereich ein wichtiger Lieferant. Allerdings profitiere der Konzern hier von einem dicken Auftragspolster. Die Sparte liefert mit gut 3 Milliarden Euro knapp ein Fünftel des gesamten Konzernumsatzes. Der wuchs im vergangenen Jahr um gut 2 Prozent auf rund 17 Milliarden Euro.

Quelle: n-tv.de

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