Größte Kapitalerhöhung der GeschichteLloyds bekommt frisches Geld
Die Eigentümer der größten britischen Privatkundenbank Lloyds haben die Rekord-Kapitalerhöhung über umgerechnet 15 Mrd. Euro genehmigt.
Die Eigentümer der größten britischen Privatkundenbank Lloyds haben die Rekord-Kapitalerhöhung über umgerechnet 15 Mrd. Euro genehmigt. 99,75 Prozent der Investoren hätten dem Schritt zugestimmt, teilte die Bank bei der Aktionärsversammlung in Birmingham mit. Lloyds hat mehr Anteilseigner als jedes andere britische Unternehmen, seit die Bank im Januar im Zuge der Finanzkrise die Konkurrentin HBOS übernommen hat. Die Bank geriet allerdings auch selbst ins Taumeln und wurde teilverstaatlicht.
Die größte Privatkundenbank des Landes befindet sich nach einer dramatischen Rettungsaktion im Strudel der Finanzkrise zu 43 Prozent im Staatsbesitz. Mit dem Finanzierungsprogramm - zu dem neben der Kapitalerhöhung auch ein Schuldentausch im Volumen von fast zehn Mrd. Euro zählt - will das besonders stark im Immobiliengeschäft engagierte Geldhaus die staatlichen Fesseln abschütteln. Die Kapitalerhöhung ist die bislang größte der Wirtschaftsgeschichte. Auf den Plätzen zwei und drei liegen hier ebenfalls britische Institute: Europas Branchenprimus HSBC und die Royal Bank of Scotland (RBS).
Reges Interesse erwartet
Mit dem Schritt kann Lloyds das teure Rettungsprogramm der Regierung (ASP) umgehen, das für künftige Verluste der Bank staatlichen Schutz bieten würde. Zudem sind die Mitspracherechte des Staates bei Lloyds in Zukunft deutlich geringer als etwa beim Rivalen RBS, der an diesem Programm teilnimmt. Lloyds und RBS müssen wegen der staatlichen Unterstützung auf Druck der EU-Kommission große Teile des Privatkundengeschäfts verkaufen.
Besonders für Anleger, die auf eine Erholung der britischen Wirtschaft setzten, seien die neuen Aktien attraktiv, heißt es an den Börsen. Die Nachfrage werde daher vermutlich groß sein. "Die Hauptsache ist, dass sie die Finanzierung erledigen und gezeigt haben, dass es machbar ist", sagte ein Fondsmanager, der namentlich nicht genannt werden wollte. Der Handel mit den neuen Papieren soll am 14. Dezember starten.