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Groß, technisch brillant und teuer: Loewe-Fernseher spielten bisher im Premiumsegment.
Groß, technisch brillant und teuer: Loewe-Fernseher spielten bisher im Premiumsegment.(Foto: picture alliance / dpa)

"Fundament für Trendwende gelegt": Loewe kooperiert mit Apple

Loewe will das vergangene Jahr und damit auch die lange verlustreiche Durststrecke abhaken. 2012 soll "alles besser werden", heißt es dazu aus der Konzernspitze. Eine neue TV-Baureihe wird es ebenso geben wie eine Zusammenarbeit mit dem überaus erfolgreichen US-Hightech-Riesen Apple. Die Anleger jubeln.

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Der verlustreiche Fernseherhersteller Loewe will im Jahr der Fußball-Europameisterschaft das Ruder herumreißen. Nach einem Umsatzschwund und roten Zahlen 2011 solle in diesem Jahr alles besser werden, kündigte Vorstandschef Oliver Seidl. "Wir haben das Fundament für die Trendwende gelegt", sagte er. Mit neuen, günstigeren Produktlinien und einer Kooperation mit Apple im Audio-Bereich sollen die Einnahmen wieder zulegen, das Ergebnis verbessert werden.

Für den Traditionshersteller war 2011 ein bitteres Jahr. Der Umsatz schrumpfte um 11 Prozent auf 274,3 Mio. Euro, operativ fiel ein Verlust von 10,5 Mio. Euro an. Im 4. Quartal erreichten die Oberfranken wieder schwarze Zahlen, allerdings lasteten die Abfindungen für Marketingvorstand Manfred Fitzgerald und den langjährigen Technikvorstand Gerhard Schaas mit 1,5 Mio. Euro auf dem Ergebnis.

"Billigere" TV-Baureihe

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Um 2012 an eine schwarze Null heranzukommen, soll eine neue TV-Baureihe im mittleren Preissegment Kunden anlocken, die ab 1500 Euro für einen Fernseher bezahlen. Für die Nobelmarke Loewe mit Produkten, die bis zu 12.000 Euro kosten, ist der Schritt ungewöhnlich. Jahrelang stemmte sich die Firma inmitten eines knallharten Preiskampfs dagegen, ihre Geräte billiger anzubieten.

Vorstandschef Seidl zeigte sich außerdem erfreut, dass die neuen Audio-Apparate gut im Markt ankommen. Diese verkauft Loewe neuerdings auch in den deutschen Apple-Läden und im Onlineshop des US-Konzerns.

Wertsteigerung

Börsianer freuten sich: Die Loewe-Aktie legte 15 Prozent zu. Überhaupt haben die Titel einen bemerkenswerten Aufschwung hinter sich: Innerhalb der letzten zwei Wochen gewannen sie mehr als 80 Prozent an Wert.

Analysten reagierten indes reserviert. "Angesichts des schwierigen Konjunkturumfelds in Teilen Europas könnte Loewe mit der Trendwende scheitern", urteilte Thomas Maul von der DZ Bank.

In den Kooperationsgesprächen mit dem japanischen Partner und Großaktionär Sharp zeichnet sich für Loewe nach zähem Ringen nun eine Einigung ab. "Es gibt gute Anzeichen dafür, dass wir Zugang zu aktuellen und künftigen Technologien von Sharp bekommen. Im Gegenzug bekommen sie Know-How von uns. "Die Chancen stehen gut", sagte Technikchef Detlef Teichner.

Quelle: n-tv.de

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