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91-Stunden-Ausstand erwogen: Lokführer debattieren nächsten Mega-Streik

Nach dem Ende einer selbst auferlegten Streikpause prüft die Lokführer-Gewerkschaft die nächsten Schritte. Zuvor hatte die Bahn ihr Angebot offenbar nachgebessert. Kritik am Verhalten der Sparten-Gewerkschaft kommt von der IG Metall.

Die Lokführer-Gewerkschaft GDL will laut "Bild"-Zeitung bis zum Nachmittag über weitere Streiks entscheiden. Das meldet das Blatt unter Berufung auf Gewerkschaftskreise. Die im Tarifkonflikt mit der Bahn von der GDL ausgerufene Streikpause ist in der Nacht ausgelaufen.

Dem Bericht zufolge sitzen seit Sonntagnachmittag der GDL-Hauptvorstand und die Tarifkommission zusammen, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Im Gespräch sei demnach ein Ausstand von bis zu 91 Stunden. Bei der Sitzung der GDL-Gremien gehe es unter anderem um die Bewertung des jüngsten Tarifangebots der Bahn. Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber habe in einem Gespräch mit GDL-Chef Claus Weselsky weitere Details vorgelegt. Darüber müsse nun beraten werden.

EVG reicht die Hand

Die GDL will neben einem Lohnplus und kürzeren Arbeitszeiten für die Lokführer auch erreichen, dass sie für das gesamte Bordpersonal wie Zugbegleiter, Bordgastronomen und Disponenten mitverhandeln darf. Sie will damit gegen den Willen der Bahn in Tarifkonkurrenz zur größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG treten, deren Tarifverträge bislang die Zugbegleiter mit umfasst haben.

Zuletzt hatten die Lokführer vom 17. bis 20. Oktober insgesamt 50 Stunden lang gestreikt - ausgerechnet am Wochenende und zum Start der Herbstferien in vielen Bundesländern.

Derweil bot die EVG der Konkurrenz von der GDL erneut gemeinsame Verhandlungen an. "Kommt in die Verhandlungskommission und lasst uns gemeinsam mit der Bahn verhandeln. Davon profitieren alle unsere Mitglieder", sagte EVG-Vorsitzender Alexander Kirchner im "Focus".

Kritik an der GDL kam indes von IG-Metall-Chef Detlef Wetzel. "Zuständigkeit zu reklamieren, obwohl einem die Mitglieder fehlen - das ist der Tod der Gewerkschaftsbewegung", sagte er dem "Spiegel". Er halte es für legitim, dass die GDL für Lokführer zuständig sei, weil sie dort die Mehrheit habe. "Aber wie die GDL in anderen Bereichen nicht die Mehrheit zu haben und sich trotzdem für zuständig zu erklären, das ist undemokratisch."

Quelle: n-tv.de

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