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Mega-Fusion in der Tabakbranche: Lucky Strike kauft Camel für 50 Milliarden

Der britische Tabakriese British American Tobacco übernimmt die Reste des Camel-Herstellers Reynolds American - und avanciert damit zum größten börsennotierten Tabakkonzern der Welt. Für Aktionäre lohnt sich die Elefantenhochzeit.

In der Zigarettenindustrie entsteht durch eine fast 50 Milliarden Dollar schwere Übernahme ein neuer Branchenprimus. Der Tabakriese British American Tobacco (BAT) übernimmt den Camel-Hersteller Reynolds American komplett. BAT hält bereits 42,2 Prozent an Reynolds und zahlt für die übrigen Anteile 49,4 Milliarden Dollar (46,5 Milliarden Euro), wie der Konzern mitteilte. Demnach stimmten die Aufsichtsräte beider Firmen dem Geschäft bereits zu. BAT und Reynolds hoffen, die Fusion im dritten Quartal dieses Jahres abzuschließen.

A lucky strike: British American Tobacco ist nun der größte börsennotierte Tabakkonzern der Welt.
A lucky strike: British American Tobacco ist nun der größte börsennotierte Tabakkonzern der Welt.(Foto: dpa)

BAT zahlt den Angaben zufolge pro Reynolds-Aktie 29,44 Dollar in bar sowie 0,5260 BAT-Aktien. Damit entfällt ungefähr jeweils die Hälfte der Transaktionssumme auf Barzahlungen und Aktientausch. Die Aktionäre beider Firmen müssen noch zustimmen, außerdem müssen Kartellbehörden in den USA und Japan das Vorhaben freigeben. BAT hatte die Komplettübernahme im Oktober vergangenen Jahres angekündigt.

Auch nach der Komplettübernahme von Reynolds bleibt BAT nach verkauften Zigaretten zwar nur die weltweite Nummer drei hinter dem Staatskonzern China National Tobacco Corporation und Philip Morris, dem Besitzer der Marke Marlboro. Nach Umsatz und Gewinn wird der fusionierte Konzern aber der größte börsennotierte Tabakkonzern der Welt sein.

Hersteller setzen vermehrt auf E-Zigaretten

Unter seinem Dach finden sich bekannte Marken wie "Pall Mall", "Dunhill", "Lord", "Prince", "Newport" und "Rothmans". Es ist der einzige Branchenriese, der sowohl im US-Geschäft, das bislang von Reynolds und Philip Morris dominiert wurde, als auch im Rest der Welt stark vertreten ist.

Das biete dem neuen Konzern gute Chancen - sowohl in wachsenden Schwellenländern als auch in lukrativen westlichen Märkten, erklärte BAT-Chef Nicandro Durante. In Europa schwinden die Zigarettenverkäufe, wozu höhere Tabaksteuern, Rauchverbote in der Öffentlichkeit und ein höheres Gesundheitsbewusstsein beitragen. Deswegen setzen die Hersteller dort vermehrt auf Ersatzprodukte wie E-Zigaretten.

Quelle: n-tv.de

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