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Pilotenstreik in Frankfurt: Lufthansa veröffentlicht Sonderflugplan

Von 17 Uhr an wollen heute Lufthansa-Piloten den Frankfurter Flughafen bestreiken. Zu Ausfällen wird es jedoch bereits früher kommen - allerdings nur bei Flügen aus dem europäischen Ausland nach Frankfurt. Die Airline kritisiert den Streik-Zeitpunkt scharf.

Lufthansa-Passagiere am Frankfurter Flughafen müssen sich an diesem Freitagabend auf Behinderungen auf innerdeutschen und europäischen Flügen einstellen. Der Konzern will mit einem Sonderflugplan das Schlimmste abfedern. Wer ab Frankfurt gebucht hat, sollte sich im Internet informieren. Die Kunden könnten ihre Flüge kostenlos umbuchen und stornieren, versichert die Lufthansa: "Wir bieten ihnen an, mit der Bahn zu fahren bei innerdeutschen Verbindungen, und natürlich buchen wir sie auch auf andere Airlines um, wenn das möglich ist", sagte Lufthansa-Sprecher Andreas Bartels im ZDF.

Zwar hat die Pilotengewerkschaft Cockpit den Streikzeitraum auf 17 bis 23 Uhr festgelegt - allerdings werden bereits ab dem frühen Nachmittag Lufthansa-Flüge gestrichen. Jedoch nicht ab Frankfurt, wie die Fluglinie nun eine vorher von ihr verbreitete Information richtig stellte. Lediglich einige Flüge aus dem europäischen Ausland nach Frankfurt werden bereits von 13.30 Uhr an ausfallen.

Rund 25.000 Passagiere betroffen

Dies sei aus technische Gründen notwendig, teilte die Airline mit. Nur so könne der Flugbetrieb nach Streikende wieder so schnell wie möglich normalisiert werden. Gleichzeitig empfiehlt Lufthansa Flugreisenden, die ab Frankfurt gebucht haben, sich vorab im Internet über die Abflugzeiten zu informieren. Die Lufthansa will mit einem Sonderflugplan das Schlimmste abfedern.

Die Pilotengewerkschaft Cockpit will von 17.00 Uhr an für sechs Stunden Kurz- und Mittelstreckenflüge bestreiken. Insgesamt sollen nach Angaben der Lufthansa 200 Flüge ausfallen. Rund 25.000 Passagiere dürften betroffen sein.

Die Airline kritisierte die Streikankündigung scharf: Dies sei eine "besondere und nicht nachvollziehbare Zumutung", zumal dies das letzte Ferienwochenende in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland sei. Der Streik treffe damit viele Familien auf der Heimreise aus dem Urlaub und Tausende von Geschäftsreisenden am Ende der Arbeitswoche.

Gewerkschaft ist jederzeit einigungsbereit

Cockpit schrecke nicht davor zurück, in der Hauptreisezeit zum Ferienende in den drei Bundesländern für ihre Interessen zu streiken. Hintergrund des Streiks ist der seit längerem schwelende Tarifkonflikt. Dabei geht es um die Übergangsversorgung, die Lufthansa-Piloten in ihrem Vorruhestand erhalten.

Die Gewerkschaft will in dem Tarifkonflikt größere Einschnitte bei den Vorruhestandsregelungen für die rund 5400 Kapitäne und Co-Piloten verhindern. Sie erklärte, jederzeit "einigungsbereit" zu sein, um Streiks abzuwenden. Erst am vergangenen Freitag hatte die Gewerkschaft den Billigflieger Germanwings sechs Stunden lang bestreikt. Dadurch waren 116 von 164 Flügen ausgefallen. Von den Ausfällen waren rund 15.000 Passagiere betroffen.

Wegen des Streiks der Piloten am Frankfurter Flughafen kommen auf die Lufthansa nach eigenen Angaben Kosten in Millionenhöhe zu. Allein die Ankündigung eines Arbeitsausstands führe üblicherweise zu einem erheblichen Schaden, da die Buchungszahlen zurückgingen, sagte eine Lufthansa-Sprecherin. Genaue Angaben über die Gewinneinbußen infolge des Arbeitskampfes könnten derzeit noch nicht gemacht werden.

Quelle: n-tv.de

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