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Mitarbeiter der Lufthansa müssen sich wohl auf eine geringere Betriebsrente einstellen.
Mitarbeiter der Lufthansa müssen sich wohl auf eine geringere Betriebsrente einstellen.(Foto: picture alliance / dpa)

Herbe Einschnitte drohen: Lufthansa will Betriebsrenten kürzen

Tausende Mitarbeiter der Lufthansa müssen sich offenbar auf sinkende Betriebsrenten gefasst machen. Die Geschäftsführung will einem Medienbericht zufolge den entsprechenden Tarifvertrag zum Ende des Jahres kündigen.

Das Lufthansa-Management möchte die Betriebsrenten kürzen. Das berichtete der "Spiegel". Ein Sprecher der Fluggesellschaft wollte dies weder bestätigen noch dementieren. Zunächst sollten in der neuen Woche die Mitarbeiter informiert werden, sagte er. Ziel sei es, eine langfristige Sicherung der Altersversorgung zu erreichen. Das Magazin zitierte einen Konzernsprecher mit den Worten, die Reform sei nötig, um das System zukunftssicher zu machen.

Dem Bericht zufolge geht es um die Altersversorgung von mehr als 60.000 Mitarbeitern im Fluggeschäft des Konzerns, aber auch bei Ablegern wie der Catering- oder Techniksparte. Langjährige Flugbegleiter konnten danach bisher mit rund 1000 Euro Zusatzrente pro Monat rechnen, Kapitäne sogar mit bis zu 4000 Euro. Die Details seien in einem eigenen Tarifvertrag geregelt, den die Geschäftsführung zum Jahresende kündigen wolle, um Kosten zu sparen. Stattdessen solle ein neues, abgespecktes Betriebsrenten-Modell erarbeitet werden.

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Neue Vorschriften zur Rechnungslegung und die anhaltende Niedrigzins-Politik der Europäischen Zentralbank hatten dazu geführt, dass die Lufthansa ihre Pensionsrückstellungen in der Bilanz kräftig aufstocken musste. Ein Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat kritisierte dem Bericht zufolge den Sparplan und hielt ihn für überzogen. Die Lufthansa verdiene im laufenden Geschäft genug, argumentiert er, um die Bezüge in alter Höhe zahlen zu können.

"Hoher Preisdruck"

Unterdessen bereitet Konzernchef Christoph Franz die Belegschaft verbal offenbar auf die angestrebten Kürzungen vor. "Wir hatten einen ordentlichen Sommer, aber wir hatten gehofft, dass sich die Luftfracht stärker belebt", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Das sei aber ausgeblieben. Die Einfuhren aus Asien nach Europa litten wegen der schwachen europäischen Wirtschaft. "Zudem beobachten wir eine Verlagerung auf See- und Landtransport." Auch die weltweiten Überkapazitäten belasteten seit Jahren das Frachtgeschäft - dies führe zu einem hohen Preisdruck. Immerhin habe Lufthansa Cargo aber Marktanteile dazugewinnen können.

Im Passagierverkehr steigt die Nachfrage laut Franz weiter. "Doch nicht immer merken wir das in höheren Gewinnen, denn auch hier ist der Preisdruck hoch." Mit Blick auf mögliche Zukäufe sagte der oberste Lufthanseat: "Die Konsolidierung wird in Europa weitergehen, aber wir lassen es derzeit ruhiger angehen." Das Unternehmen solle erst einmal finanziell noch stärker werden, "damit wir bereit sind, wenn eine strategisch sinnvolle Gelegenheit kommt".

Quelle: n-tv.de

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