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Fresenius, Asklepios, B. Braun: Machtkampf um Rhön Klinikum entschieden

Lange ringen Krankenhaus- und Medizinunternehmen um die Macht bei Rhön-Klinikum. Ein Rechtsstreit um den Klinik-Verkauf an Fresenius zeichnet sich ab, scheint unabwendbar. Bis jetzt.

Vorweihnachtlicher Friede unter den privaten Klinikbetreibern? Fresenius, Asklepios und B. Braun haben ihren monatelangen, erbittert geführten Machtkampf um die Vormachtstellung in der Branche kurz vor den Feiertagen überraschend beigelegt. Die drei Unternehmen erklärten ihre Auseinandersetzung über den Erwerb von 43 Kliniken und 15 medizinischen Versorgungszentren der Rhön-Klinikum AG durch Fresenius Helios für 3,1 Milliarden Euro für beendet.

"Im Zuge der Einigung über Neutralitätsverpflichtungen werden Asklepios und B. Braun auf Maßnahmen gegen den Klinikverkauf verzichten", teilten die Firmen übereinstimmend mit. Zugleich haben sich die ehemaligen Streithähne über ihre künftige Zusammenarbeit verständigt. Sie planen ein Netzwerk Medizin. An der Börse legten die Rhön-Klinikum-Aktien um mehr als 5 Prozent zu.

Fresenius heißt der Gewinner

Fresenius, Asklepios und B. Braun sind allesamt am Konkurrenten Rhön beteiligt. In den vergangenen Jahren haben sie sich nach Herzenslust über die Zukunft der fränkischen Klinikkette gestritten. Der Konflikt, mit dem sich auch Gerichte beschäftigten, lähmte die Geschäfte der Firmen. Asklepios und B. Braun fürchteten eine Vormachtstellung von Fresenius und Rhön auf dem deutschen Klinikmarkt - Asklepios als Klinikrivale, B. Braun als großer Krankenhauszulieferer.

Asklepios und B. Braun wollten sich nicht länger gegen den Klinikverkauf stemmen, hieß es nun. B. Braun werde eine Klage gegen die Transaktion zurückziehen. Die Klinik-Übernahme stand im Zentrum des Streits. Asklepios und B. Braun hatten die Fresenius-Pläne im ersten Anlauf verhindert, indem sie sich selbst bei Rhön-Klinikum einkauften. Im zweiten Anlauf übernimmt Fresenius nun einen Großteil der Rhön-Krankenhäuser.

Netzwerk Medizin

Im Zuge der Einigung schließt Fresenius Helios einen langfristigen Rahmenliefervertrag mit dem Medizintechnikkonzern B. Braun. Beide Unternehmen würden zusammenarbeiten, die Fresenius-Tochter Kabi solle zugleich als Lieferant nicht bevorzugt werden. Asklepios solle zudem neben Fresenius Helios und der Rhön-Klinikum AG in das geplante Netzwerk Medizin einsteigen.

Das Bundeskartellamt muss diesem Netzwerk indes noch zustimmen. "Bislang liegt uns weder eine formelle Anmeldung vor, noch führen wir bislang bezüglich dieses Vorhabens ein Verfahren", erklärte ein Kartellamts-Sprecher.

Quelle: n-tv.de

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