Wirtschaft

Trotz Gewinnsprung im Quartal: Merck bleibt vorsichtig

Bei dem Darmstädter Spezialchemiekonzern werden die Jahreszahlen vom anstehenden großen Konzernumbau überschattet. Die Prognose für 2012 fällt vorsichtig aus. Ein Gewinnrückgang wird nicht ausgeschlossen.

Die Zahlen werden vom anstehenden großen Konzernumbau überschattet.
Die Zahlen werden vom anstehenden großen Konzernumbau überschattet.(Foto: Merck KGaA)

Der vor einem radikalen Umbau stehende Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck hat im vierten Quartal trotz der Abkühlung der Konjunktur einen kräftigen Gewinnsprung hingelegt. Der operative Gewinn hat sich binnen Jahresfrist auf 291,7 Mio. Euro mehr als verdoppelt. Das teilte das Unternehmen in Darmstadt mit.

Analysten hatten sich allerdings mit 318 Mio. Euro noch mehr ausgerechnet. Der Überschuss schnellte auf 135,6 Mio. Euro in die Höhe nach 46,5 Mio. Euro im Schlussquartal des Vorjahres. Der Traditionskonzern setzte im Zeitraum Oktober bis Dezember 2,626 Mrd. Euro um - ein Plus von 3,1 Prozent. Die Aktionäre sollen an dem Erfolg teilhaben. Das Management stellte eine um 20 Prozent auf 1,50 Euro angehobene Dividende in Aussicht. Die Erhöhung auf liege "deutlich über der Erwartung von 1,37 Euro", hieß es. Die Zahlen an sich seien "gut bis gemischt".

Vorsichtige Prognose

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Für 2012 wagt der Konzern wegen Einmaleffekten wegen des Konzernumbaus nur eine vorsichtige Prognose. Konzernchef Karl-Ludwig Kley erwartet nur einen leichten Anstieg der Gesamterlöse, das operative Ergebnis (Ebitda) könnte wegen der Kostensenkungsmaßnahmen sogar rückläufig sein. Vor Sondereinflüssen soll das Ebitda 2012 leicht steigen, im Jahr 2013 vielleicht sogar erneut verbessern.

Im Pharmageschäft werden die Gewinne von den nach wie vor hohen Aufwendungen für Forschung & Entwicklung belastet. Margendruck spürt aber auch das traditionell gewinnträchtige Geschäft mit Flüssigkristallen, das stark von der Nachfrage der Flachbildschirmhersteller abhängig ist.

Das Unternehmen hatte unlängst Stellenstreichungen in allen Geschäftsbereichen und Regionen angekündigt, ist aber bisher genaue Zahlen zum Sparpotenzial und dem geplanten Stellenabbau schuldig geblieben. Die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern sind gerade erst angelaufen, deshalb  hält sich das Management noch bedeckt.

Quelle: n-tv.de

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