Wirtschaft

Einwohner laden Einkaufswagen voll: Metro-Markt in Donezk geplündert

Von Jan Gänger

In Donezk schieben Menschen prall gefüllte Einkaufswagen vor sich her. Das Problem: Gekauft haben sie die Waren nicht. Sie stammen aus einem Markt der deutschen Metro, der seit Tagen geplündert wird.

In der ukrainischen Millionenstadt Donezk ist ein Supermarkt der Metro AG geplündert worden, der sich in der Nähe des umkämpften Flughafens befindet. Die Stürmung fand nach Angaben einer Konzernsprecherin bereits am Montag unmittelbar nach den Präsidentschaftswahlen statt. Weder Kunden noch Angestellte seien verletzt worden, sagte sie n-tv.de. Aus Sicherheitsgründen bliebe der Markt zunächst geschlossen. Die Höhe des Sachschadens konnte sie nicht beziffern.

Die Plünderungen dauern derweil offensichtlich an. Der Fotograf Sergei Ponomarew veröffentlichte auf Twitter entsprechende Bilder. Auf einem ist zu sehen, wie Verkehrspolizisten zwei Menschen stoppen, die schwer beladene Einkaufswagen vom Markt wegschieben. 

 

Auch diese Frau hat sich dem Fotografen zufolge in dem Metro-Laden bedient.

 

Auf diesem Foto ist ein Mann zu sehen, der sich offenbar in der nahezu leeren Weinabteilung amüsiert hat. Dort sei die ganze Nacht getrunken worden, so der Fotograf.

 

Auf dem Parkplatz sind die Spuren der Verwüstung zu sehen.

 

Wer hinter dem ursprünglichen Überfall steckt, ist nicht bekannt. Anfang der Woche hatte es schwere Kämpfe zwischen ukrainischen Truppen und Separatisten gegeben, als Regierungskräfte den Flughafen zurückeroberten. Separatisten hatten nach einem umstrittenen Referendum zuvor die Stadt für unabhängig erklärt und die "Volksrepublik Donezk" ausgerufen. Später baten sie Russlands Präsidenten Wladimir Putin um eine Aufnahme in die Russische Föderation nach dem Beispiel der Krim.

Während die Regierung in Kiew die Kontrolle militärisch zurückgewinnen will, bekommen die Separatisten Verstärkung. Lastwagen mit Bewaffneten überqueren von Russland aus die Grenze im Osten der Ukraine. Übereinstimmenden Berichten zufolge stammen viele von ihnen aus Tschetschenien, wo der von Moskau installierte Machthaber Ramsan Kadyrow herrscht.

Quelle: n-tv.de

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