Wirtschaft
Fur englischssprachige Suchanfragen soll Baidu künftig auf Microsofts Bing zurückgreifen. In welchem Umfang das genau geschehen soll, ist unklar.
Fur englischssprachige Suchanfragen soll Baidu künftig auf Microsofts Bing zurückgreifen. In welchem Umfang das genau geschehen soll, ist unklar.(Foto: REUTERS)

Bing im Reich der Mitte: Microsoft drängt nach China

Microsoft nutzt die Schwäche des Suchmaschinen-Konkurrenten Google in China aus und will den Markt im Reich der Mitte aufmischen. Dazu wird der chinesische Marktführer Baidu Micosofts Bing für englischssprachige Suchanfragen nutzen. Goolge stellt sich gegen die Zensurvorgaben Pekings quer, der Marktanteil schrumpft.

Während der große Rivale Google in China nach einem Zensur-Streit auf Sparflamme fährt, prescht Microsoft ins Suchmaschinen-Geschäft in dem boomenden Markt vor. Marktführer Baidu wird für englischsprachige Suchanfragen auf seiner Webseite auf Microsofts Bing zurückgreifen, wie das chinesische Unternehmen laut Medienberichten mitteilte. Der Plan solle zum Jahresende umgesetzt werden, berichtete die "New York Times". Dem "Wall Street Journal" zufolge geht es dabei nur um einen Teil der Suchanfragen, der Anteil wurde jedoch nicht näher genannt.

Baidu beherrscht die Websuche in China mit einem geschätzten Marktanteil von bis zu 80 Prozent. Die Dominanz wurde zementiert, nachdem Google eine Kraftprobe mit den chinesischen Behörden wagte. Der Internet-Konzern hatte Anfang vergangenen Jahres nach einer Hacker-Attacke angekündigt, sich nicht mehr an Pekings Zensurvorgaben halten zu wollen und dafür notfalls auch die Verbannung aus dem Reich der Mitte zu riskieren.

Zugeständnisse von Microsoft?

Chinesische Behörden schreiben Internet-Unternehmen als Voraussetzung für den Betrieb vor, für die Machthaber in Peking politisch heikle Inhalte herauszufiltern. Dafür gehören etwa Informationen über die blutige Niederschlagung der Proteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens oder die Kontroverse um Tibet. Obwohl dazu keine Angaben gemacht wurden, sei davon auszugehen, dass auch Microsoft seine Suchergebnisse werde zensieren müssen, schrieb die "New York Times".

Google leitete bei dem Streit mit Peking zunächst die Suchanfragen aus China im Frühjahr 2010 direkt auf seine Seite in Hongkong um, wo die Treffer nicht zensiert werden müssen. Die Behörden blockierten den Zugang umgehend. Als ein Verlust der Lizenz für China drohte, ersetzte der Konzern dann im Sommer die automatische Weiterleitung bei google.cn durch einen Link zu Hongkong-Seite, den die Nutzer selbst anklicken müssen.

Nach dem Streit schrumpfte der Google-Marktanteil in China von zuvor mehr als 30 auf zuletzt geschätzte knapp 20 Prozent. Weltweit ist Google die mit Abstand meistgenutzte Internet-Suchmaschine.

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Quelle: n-tv.de

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