Wirtschaft
Mifa wurde bereits 1907 gegründet.
Mifa wurde bereits 1907 gegründet.(Foto: dpa)

Billigkonkurrenz aus Asien: Mifa stellt Insolvenzantrag

Nun auch das noch: Der ostdeutsche Fahrradhersteller Mifa rutscht immer tiefer in die Krise und beantragt Insolvenz. Das operative Geschäft soll allerdings wie geplant weiterlaufen. Mifa erwartet für das erste Halbjahr ein negatives Eigenkapital.

Deutschland größter Fahrradhersteller Mifa rutscht nach dem gescheiterten Einstieg des indischen Unternehmens Hero in die Insolvenz. Nachdem das Unternehmen am Morgen einen Verlust in Höhe der Hälfte des Grundkapitals eingestehen musste, folgte am Mittag der Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung. Damit strebt die Mifa Mitteldeutsche Fahrradwerke AG an, ihre Restrukturierung in Eigenregie fortzusetzen.

Der Insolvenzantrag kommt überraschend. Der Fahrradhersteller war im vergangenen Jahr zwar in die roten Zahlen gerutscht. Seit geraumer Zeit stand aber schon die Rettung durch den Weltmarktführer Hero fest. Der indische Fahrradhersteller, nach Umsatz die Nummer eins in der Branche, wollte mindestens 15 Millionen Euro investierten und die Mehrheit übernehmen.

Der Einstieg der Inder ist aber jetzt geplatzt. Ein wesentlicher Bestandteil der Grundlagenvereinbarung von August mit den Indern habe nicht wie zugesagt umgesetzt werden können, teilte Mifa mit. Nun will sich das Unternehmen in Eigenregie sanieren.

Stimmt das Amtsgericht dem Antrag auf Eigenverwaltung zu, wird dem Vorstand ein vorläufiger Sachwalter zur Seite gestellt, während der Vorstand die unternehmerische Verantwortung behält und einen Verkaufsprozess einleitet. Der operative Geschäftsbetrieb soll weiterlaufen.

Fehler in Bilanzführung

Mifa kämpft seit längerem wegen der asiatischen Billigkonkurrenz ums Überleben. Die Fahrradschmiede hatte im Frühjahr über Fehler in der Bilanzführung informiert und einen Fehlbetrag von 13,2 Millionen Euro geschrieben. Das Unternehmen hatte für den hohen Jahresfehlbetrag ein neues Buchungssystem verantwortlich gemacht, welches das Vorratsvermögen falsch erfasst habe.

Im laufenden Jahr rechnete das Unternehmen aus Sangerhausen in Sachsen-Anhalt ebenfalls mit einem Verlust. Im nächsten Jahr wollte der Fahrradbauer, zu dessen Marken Steppenwolf und Grace gehören, und der als Lieferant von Handelsmarken auftritt, aber wieder ein leicht positives Ergebnis erreichen. Mifa beliefert vor allem große Handelsketten wie Aldi mit günstigen Rädern.

Quelle: n-tv.de

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