Wirtschaft
Die dänische Reederei Moeller Maersk unterhält gut 200 Öl-Tanker. Von einem Teil der Flotte trennt sich das Unternehmen nun.
Die dänische Reederei Moeller Maersk unterhält gut 200 Öl-Tanker. Von einem Teil der Flotte trennt sich das Unternehmen nun.(Foto: picture alliance / dpa)

Tankerflotte ausgedünnt: Moeller Maersk strafft sich

Zum Portfolio der Reederei Moeller Maersk gehören die größten Container-Schiffe der Welt. In der Tankersparte wollen sich die Dänen dagegen verschlanken. Zudem werden im Supermarktgeschäft die Segel gestrichen. Das bringt Milliardenerlöse.

Der weltgrößte Reederei-Konzern A.P. Moeller Maersk treibt ihren Umbau voran. So trennt sich der Konzern in einem Milliardengeschäft von seiner Supermarkt-Sparte. Käufer ist die Salling-Gruppe, der langjährige Partner im Einzelhandelsgeschäft der Dänen. Moeller Maersk erhält rund 17 Milliarden dänische Kronen (2,3 Milliarden Euro). Zudem verschlankt der Reedereigigant seine Tankerflotte. Für 15 Öltanker zahlt die belgische Euronav für 980 Millionen US-Dollar (rund 720 Millionen Dollar).

Die Dänen geben rund 48,7 Prozent der Anteile an Dansk  Supermarked und 18,7 Prozent am Partner-Unternehmen F. Salling an die Salling-Gruppe ab. Der Reederei-Konzern streicht nach eigenen Angaben dafür einen Buchgewinn von etwa 14 Milliarden Kronen ein. Mit dem Discounter Netto - der allerdings nichts mit den gleichnamigen Discount-Märkten des Handelsriesen Edeka zu tun hat - ist Dansk Supermarked auch in Deutschland, Schweden und Polen aktiv. In Deutschland betreibt das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 340 der schwarz-gelb auftretenden Netto-Märkte mit dem Hunde-Logo in acht Bundesländern.

Kaufoption für restlichen Anteil

Mehr als 340 Filialen in acht Bundesländern wechseln den Besitzer.
Mehr als 340 Filialen in acht Bundesländern wechseln den Besitzer.(Foto: picture alliance / dpa)

Moeller-Maersk behält vorerst noch 19 Prozent der Anteile an Dansk Supermarked für fünf Jahre. Danach hat die Salling-Gruppe die Option, die restlichen Anteile zu erwerben. Im Supermarkt-Geschäft arbeiten die Unternehmen seit einem halben Jahrhundert zusammen.

"Wir glauben, dass es für A.P. Moeller-Maersk der richtige Zeitpunkt ist, Dansk Supermarked an die Salling-Gruppe abzugeben", sagte Unternehmenschef Nils Andersen. "Ein neues Management-Team ist am Platz und hat Pläne dafür, das Unternehmen sowohl hier in Dänemark als auch international weiterzuentwickeln."

Dansk Supermarked ist nach Angaben von A.P. Moeller-Maersk die größte Handelskette Dänemarks. Konzernweit erzielte sie mit 42.000 Mitarbeitern 2012 einen Umsatz gut von 55,6 Milliarden dänische Kronen (7,45 Milliarden Euro). Das operative Ergebnis belief sich auf 1,7 Milliarden Kronen.

Vorschlag kommt Strategie entgegen

Zur Moeller Maersk-Gruppe gehören die Geschäftsbereiche Containerschifffahrt, Öl- und Gasförderung sowie Logistik. Für 2013 rechnet der Konzern mit einem Gewinn von 3,5 Milliarden Dollar (2,6 Milliarden Euro).

Chart

Bereits im vergangenen Jahr hatten die Dänen angekündigt, die Anzahl der Rohöltanker der Schiffsklasse VLCC (Very Large Crude Carriers) reduzieren zu wollen. "Euronav hat uns nun einen Deal vorgeschlagen, der unserer Strategie entgegenkommt", sagte Maersk-Tanker-Chef Morten Engelstoft.

"Seit Beginn der Finanzkrise hat A.P. Moeller Maersk seine Kerngeschäfte überprüft und Teile verkauft, die weniger gut zum Konzern passen", sagte Analyst Jesper Christensen von Alm Brand. Ähnlich sei das Unternehmen in den Geschäftsbereichen Maersk Terminal und Maersk Drilling vorgegangen.

Minus im Tanker-Geschäft

Die finanziellen Auswirkungen des Verkaufs seien für den Gesamtkonzern eher zu vernachlässigen, sagte Christensen. Per Ende September 2013 betrug das investierte Kapital des Unternehmens 53,4 Milliarden US-Dollar, davon steckten 2,8 Milliarden Dollar im Tankergeschäft.

In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres hatte der Konzern 42,8 Milliarden Dollar umgesetzt und 2,8 Milliarden Dollar verdient. Der Erlösanteil von Maersk Tankers betrug 3 Prozent, die Sparte verbuchte einen Verlust von 271 Millionen Dollar.

Maersk betreibt im Schatten der Containerfrachtersparte eine Flotte von mehr als 200 Tankern. Das Unternehmen will sich nun aber mehr auf den Transport von raffinierten Ölprodukten konzentrieren und weniger Rohöl befördern. Deswegen werden die VLCC-Tanker verkauft. Davon betreibt das Unternehmen nurmehr sechs gecharterte Exemplare.

Euronav wird die Schiffe in die eigene Flotte eingliedern. Diese besteht zur Zeit aus elf Schiffen der Klasse VLCC und aus elf noch größeren ULCC-Tankern (Ultra Large Crude Carriers). Hinzu kommen 23 Schiffe der Größenklasse Suezmax, die mit ihren Abmessungen wie Breite, Länge und Tiefgang gerade noch durch den Suezkanal passen. Die Kapazität dieser Schiffe ist zwar geringer, dafür können sie mit dem Suezkanal eine der wichtigsten Schifffahrtswege der Welt passieren. "Der Ausblick für den Markt für große Rohöl-Tanker hat sich in den letzten Monaten beträchtlich aufgehellt" begründeten die Belgier den Zukauf.

Quelle: n-tv.de

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