Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

Aufkeimende Spekulationen: Monsanto plant mit Bayer-Tochter

DuPont und Dow Chemical, ChemChina und Syngenta - da gerät Monsanto unter Zugzwang. Nun scheint der US-Konzern fündig geworden - bei Bayer. Es könnte ein 30-Milliarden-Deal werden.

Mit Kursgewinnen von in der Spitze mehr als fünf Prozent haben sich die Aktien des Chemiekonzerns Bayer am Montag an die Spitze der Gewinner im Börsenleitindex Dax geschoben. Mit Kursen um 104,60 Euro waren sie damit so teuer wie seit Ende Januar nicht mehr. Die Titel schnitten damit auch deutlich besser ab als der Gesamtmarkt. Eine Spekulation gaben Händler als Kurstreiber an.

Der weltgrößte Saatguthersteller Monsanto soll Interesse an der Bayer-Agrarchemiesparte Crop Science haben. Der US-Konzern habe sich dazu bereits mit Bayer in Kontakt gesetzt, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters. Dabei könne es auch um eine Übernahme im Volumen von mehr als 30 Milliarden Dollar gehen. Monsanto sehe wertvolle Synergien zwischen dem eigenen Saatgutgeschäft und dem Pflanzenschutzgeschäft von Bayer. Monsanto soll mit Bayer mehrere Optionen besprochen haben.

Bayer: Gerüchte werden nicht kommentiert

Neben einem Kauf von Crop Science seien dies ein Gemeinschaftsunternehmen oder eine andere Art von Partnerschaft, berichtete Reuters weiter. Bayer habe mit Monsanto gesprochen, weil die Leverkusener herausfinden wollten, wie stark das Interesse von Monsanto sei. Bayer habe derzeit keine Pläne, einen Verkauf von Crop Science selbst zu forcieren und die Gespräche seien vorläufig gewesen. Monsanto und Bayer lehnten Stellungnahmen ab. Ein Bayer-Sprecher sagte, Marktgerüchte würden nicht kommentiert.

Crop Science hat im vergangenen Jahr rund 10,4 Milliarden Euro umgesetzt und ein bereinigtes Ebitda von 2,42 Milliarden Euro ausgewiesen. Bayer ist bei den Pflanzenschutzmitteln der zweitgrößte Player mit einem Marktanteil von 18 Prozent, hinter Syngenta, die auf einem Marktanteil von 19 Prozent kommt.

Monsanto hatte im letzten Jahr auch einen Versuch zur Übernahme von Syngenta gestartet, musste sich aber geschlagen geben. Die Basler werden nun vom chinesischen Staatskonzern ChemChina für 43 Milliarden Dollar übernommen. Nach Ankündigung der Fusion zwischen DuPont und Dow Chemical, die das Agrarchemiegeschäft als eigenständiges Unternehmen aufstellen wollen, steht Monsanto unter Druck, sich einen Partner zu suchen.

Experten: Bayer hat Zeit

Das sei theoretisch der nächste logische Schritt des US-Konzerns, schrieben die Analysten der Deutschen Bank in einem Kommentar. Die Stärke von Monsanto liege im Saatgutgeschäft. "Wir sehen bei Bayer jedoch keine Eile, das Pflanzenschutzgeschäft loszuwerden." Damit es tatsächlich zu einem Verkauf komme, müsste der Preis wohl höher ausfallen, urteilten die Experten.

Auch Händler zeigten sich skeptisch, dass der mögliche Deal für 30 Milliarden Dollar über die Bühne geht. "Dass es Interesse an der Bayer-Sparte gibt, sind das sicherlich gute Nachrichten für die Aktien des Konzerns. Aber das heißt noch nicht, dass es tatsächlich zu einem Verkauf kommt", sagte der Börsianer.

Quelle: n-tv.de

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