Montag, 19. Juli 2010
Schulden werden teurer: Moody's stuft Irland herab
Moody's bewertet die Kreditwürdigkeit Irlands schlechter als bisher. Als Grund nennt die Ratingagentur den zwar langsamen, aber deutlichen Verlust an Finanzstärke des Landes.
Viele Iren haben für die drastischen Sparmaßnahmen Verständnis, halten sie allerdings für unausgewogen.
(Foto: Reuters)
Die Ratingagentur Moody's hat die Benotung der Kreditwürdigkeit von Irland gesenkt. Das Rating für irische Staatsanleihen wird von "Aa1" um eine Note auf "Aa2" herabgesetzt. Dadurch dürfte es für Irland teurer werden, neue Schulden aufzunehmen. Der Ausblick für das neue Rating sei stabil, so Moody's. Eine erneute Herabstufung ist in nächster Zeit also nicht zu erwarten.
Als Grund für die Neubewertung nannte Moody's den zwar langsamen, aber deutlichen Verlust an Finanzstärke des Landes. Zudem seien die Wachstumsaussichten schwach. Dies hänge mit dem starken Abschwung im den Bereichen Finanzdienstleistungen sowie Immobilien zusammen. Das Land hatte vor allem dank dieser Branchen bis zum Ausbruch der Krise einen enormen Wirtschaftsaufschwung hingelegt. Zudem schrumpfe die Kreditvergabe im privaten Sektor weiter, betonte Moody's. Auch ungewisse Verbindlichkeiten im Bankensystem hätten den Schritt mitverursacht.
Der Schuldenstand des Landes sei bis Ende 2009 auf 64 Prozent im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) gestiegen, so die Agentur. Vor der Finanzkrise hatte er nur bei 25 Prozent gelegen. Der Rückgang des BIP seit dem Jahr 2008 habe zu einem starken Rückgang der Steuereinnahmen geführt.
Moody's bewertet Irland immer noch deutlich besser als Portugal ("A1") oder gar Griechenland ("Ba1").
rts/dpa
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