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Sommer 2013: An Donau und Elbe verursacht das Hochwasser enorme Schäden.
Sommer 2013: An Donau und Elbe verursacht das Hochwasser enorme Schäden.(Foto: picture alliance / dpa)

Hagel, Flut und brutale Winde: Munich Re verdient mehr als erwartet

Der weltgrößte Rückversicherer zieht Bilanz: Das zurückliegende Jahr geht trotz Hagelstürmen, Elb-Hochwasser und der Taifun-Katastrophe auf den Philippinen mit einem überraschend starken Ergebnis in die Annalen ein.

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Der Rückversicherungskonzern Munich Re hat das Jahr 2013 trotz Preiskampf und Zinstief überraschend mit einem Gewinnanstieg abgeschlossen. Der Überschuss wuchs im Jahresvergleich um 100 Millionen von 3,2 Milliarden auf 3,3 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern vor Börsenstart mitteilte.

Einen wichtigen Grund für den Gewinnzuwachs sieht das Börsenschwergewicht mit Sitz in München in steuerlichen Effekten. Eigenen Angaben zufolge fiel die Steuerlast im vergangenen Jahr außergewöhnlich niedrig aus. Analysten hatten im Schnitt beim Ergebnis des Konzerns mit einem Rückgang gerechnet.

Trotz der verheerenden Überschwemmungen und Hagelstürme in Deutschland und dem Taifun auf den Philippinen kamen Naturkatastrophen das Unternehmen weitaus weniger teuer zu stehen als noch 2012. Im laufenden Jahr muss sich die Munich Re im Rückversicherungsgeschäft allerdings erneut mit harter Konkurrenz auseinandersetzen.

Munich Re bleibt im Rahmen

Bei der Vertragserneuerung in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung zum Jahreswechsel baute das Unternehmen sein Vertragsvolumen zwar aus, die Preise sanken aber im Schnitt. Als Rückversicherer sichert Munich Re andere Versicherungen gegen Großschäden ab.

An der Börse bewerteten Beobachter die Zahlen als "per Saldo völlig in line", also weitgehend im Rahmen der Erwartungen. Einige Kennziffern wie etwa der Nettogewinn und die Prämieneinnahmen lägen leicht über Prognosen, andere leicht darunter, hieß es. Die Schaden-Kosten-Quote sei "in Ordnung".

Verhaltene Prognose

Allerdings gab es auch skeptische Stimmen, die negative Auswirkungen auf den Aktienkurs befürchteten. "Bremsend dürfte aber der verhaltene Ausblick wirken", hob zum Beispiel ein Händler hervor. Der Rückversicherer habe auf Preisdruck in den kommenden Erneuerungsrunden hingewiesen. Zudem sei der Gewinnanstieg teils auf aufgelöste Rückstellungen zurückzuführen und nicht operativ begründet.

"Das mindert den guten Eindruck", bestätigte ein weiterer Händler. Angesichts der leicht erhöhten Dividende dürfte sich die Aktie aber besser schlagen als andere Finanzwerte und der insgesamt sehr schwach erwartete Gesamtmarkt.

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Quelle: n-tv.de

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