Wirtschaft
Gold gilt bei Investoren als "sicherer Hafen".
Gold gilt bei Investoren als "sicherer Hafen".(Foto: dpa)
Freitag, 03. Februar 2017

Absichern gegen Polit-Risiken: Nachfrage nach Gold auf Drei-Jahres-Hoch

Sei es das Brexit-Referendum oder die Wahl zum US-Präsidenten: Im vergangenen Jahr nutzen Investoren vermehrt Gold, um sich gegen politische Turbulenzen abzusichern. Das schlägt sich auch im Preis nieder.

Angetrieben vom großen Investoreninteresse ist die weltweite Nachfrage nach Gold auf ein Drei-Jahres-Hoch gestiegen. Im vergangenen Jahr seien 4309 Tonnen Gold nachgefragt worden, zwei Prozent mehr als 2015, teilte der Branchenverband World Gold Council (WGC) mit. Diese Entwicklung wog die geringe Nachfrage von Schmuckherstellern und Zentralbanken mehr als auf.

Während der ersten drei Quartale wandten sich Anleger auf der Suche nach einer sicheren Investition verstärkt dem Edelmetall zu - anschließend brach die Nachfrage ein. Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Goldpreis wider: Bis Ende September vergangenen Jahres war der Goldpreis um 25 Prozent gestiegen. Am Jahresende betrug das Plus auf Jahressicht wegen der sinkenden Nachfrage im vierten Quartal dann nur noch acht Prozent.

Investoren haben sich abgesichert

Im Gesamtjahr 2016 habe die Nachfrage durch Investoren um 70 Prozent zugelegt, sagte John Mulligan vom WGC. Insbesondere institutionelle Anleger hätten sich gegen die Risiken wappnen wollen, die sie wegen des Brexit-Referendums Ende Juni und der US-Präsidentenwahl Anfang November sahen.

Im letzten Quartal allerdings wandten sich die professionellen Investoren allerdings vom Gold ab und interessierten sich wieder mehr für Anlageformen mit höherem Risiko. Die Gesamtnachfrage nach Gold sank im vierten Quartal vergleichen mit dem Vorjahreszeitraum um elf Prozent. "Die US-Wahl war der Wendepunkt", hieß es in dem WGC-Bericht.

Die Goldnachfrage wird maßgeblich von Investoren bestimmt, aber auch von Schmuckherstellern. Das Interesse der Schmuckbranche nahm laut WGC im vergangenen Jahr ab. Ein zentraler Grund dafür seien die höheren Preise gewesen. Auch die Zentralbanken kauften weniger Gold. Das Volumen reduzierte sich um 33 Prozent auf 383,6 Tonnen - ein Sechs-Jahres-Tief.

Neue Risiken geben Gold Schwung

Im laufenden Jahr 2017 hat der Goldpreis bisher wieder um rund sechs Prozent zugelegt. Zuletzt hatte die zunehmende Unsicherheit über die Wirtschaftspläne des neuen US-Präsidenten Donald Trump das Edelmetall als "sicheren Hafen" wieder attraktiver gemacht.

Auch der jüngste US-Arbeitsmarktbericht trieb den Goldpreis an. Am Markt herrschte die Erwartung, dass die anziehende Konjunktur und die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt in den USA die Inflation antreiben werden. Dies wiederum mache Gold als Inflationsabsicherung zunehmend interessant, hieß es.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen