Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

Keine Blackout-Gefahr: Netzbetreiber geben Entwarnung

Trotz frostiger Temperaturen in Deutschland ist die Gefahr von Blackouts gebannt. Anders als noch im vergangenen Jahr gibt es dank Ökostrom und höherer Effizienz genügend Strom. Panikmache sei fehl am Platz, sagt ein Netzbetreiber. Einen Engpass gibt es bei Brennholz.

Ungeachtet der jüngsten Kältewelle und dem damit verbundenen hohen Stromverbrauch sehen die Netzbetreiber keine erhöhte Gefahr eines Blackouts in Deutschland. "Es ist alles derzeit stabil", sagte der Chef des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz, Boris Schucht, der Deutschen Presse-Agentur. 50Hertz betreibt die Stromautobahnen in Ost- und Norddeutschland. Auch eine Sprecherin der Bundesnetzagentur betonte: "Insgesamt ist die Situation beherrschbar".

Anders als 2012 musste die Kaltreserve noch nicht genutzt werden. In Österreich und Deutschland stehen alte Kraftwerke mit einer Leistung von 2500 Megawatt zur Verfügung, die notfalls wieder angefahren werden können. Beim süddeutschen Übertragungsnetzbetreiber Tennet heißt es, der Winter sei bisher eher mild, zudem gebe es keine Kraftwerksausfälle.

"Panikmache ist fehl am Platz", sagte Schucht. Die Abstimmung zwischen den Netzbetreibern habe sich stark verbessert. "Besonders wichtig war, dass auch ein gesetzlicher Rahmen für die Gasversorgung geschaffen wurde, damit bei Engpässen hier eine entsprechende Stromproduktion gesichert ist."

Im vergangenen Winter hatten Gasengpässe die Stromproduktion gedrosselt und das Netz im Süden in eine gefährliche Lage gebracht. Bei 50Hertz stieg die Zahl der Eingriffe 2012 auf 262, bei Tennet sogar auf knapp 1000. Schucht betonte, gerade im Raum Hamburg habe sich die Lage entspannt, weil eine vor Weihnachten in Betrieb genommene Trasse nun Windstrom aus dem Nordosten dorthin transportieren könne.

Ein Beispiel unterstreicht, wie wichtig daher der Netzausbau ist, der nun voranzukommen scheint. "Einer der großen Engpässe ist der Windstromtransport vom Nordosten via Thüringen nach Bayern", ergänzte Schucht. Pro Jahr würden hier 100 Millionen Euro für Netzeingriffe anfallen. Wird die Thüringer Strombrücke nach Bayern (Kosten: 250 bis 300 Mio. Euro) bis 2015 fertig, werden die Kosten eingespart, schon nach drei Jahren hätte sich die Leitung amortisiert. Ganz zu schweigen von der Netzstabilisierung.

Brennholz für Heizungen knapp

Einen Engpass für Verbraucher gibt es derweil an anderer Stelle: Die Arbeitsgemeinschaft der Rohholzverbraucher meldet, dass der Nachschub für Holzheizingen in Privatwohnungen zur Neige geht.

Die Kapazitätsgrenze des in Deutschland verfügbaren Holzes in den Wäldern sei erreicht. Zwar werde derzeit noch weniger Holz entnommen als im Wald nachwachse. Aber die Ansprüche der Gesellschaft nähmen zu. Demnach werden pro Jahr zwischen 75 und 85 Millionen Kubikmeter Holz in deutschen Wäldern geerntet. Dem steht ein Zuwachs von jährlich rund 120 Millionen Kubikmeter gegenüber.

Die Nachfrage nach Brennholz steigt.
Die Nachfrage nach Brennholz steigt.

Vor allem in den Stadtforstämtern wird das Holz knapp, wie eine bundesweite Umfrage der Arbeitsgemeinschaft ergab. Diese könnten den stark angestiegenen Bedarf kaum abdecken, hieß es. Nach Untersuchungen des Zentrums für Holzwirtschaft der Universität Hamburg sei der Holzverbrauch in den rund 15 Millionen Anlagen innerhalb von neun Jahren von 11 auf 34 Millionen Kubikmeter angestiegen. Mehr als jeder vierte deutsche Haushalt nutze Scheitholz, Hackschnitzel oder Holzpellets zum Heizen.

Auch am Holzpreis macht sich die zunehmende Nachfrage bemerkbar. In acht Jahren sie dieser um 90 Prozent gestiegen. Nach Auskunft der 16 befragten Forstämter kostet der Raummeter Brennholz im Bundesdurchschnitt rund 39 Euro. Am günstigsten ist der Rohstoff in Rostock mit 30 Euro. Die Münchner müssen für 53 Euro pro Raummeter am tiefsten in die Tasche greifen.

Die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Unternehmen und Verbänden der Rohholz verbrauchenden Branchen in Deutschland und den angrenzenden Ländern.

Quelle: n-tv.de

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