Wirtschaft
Video

Lokführer, Piloten und "ein Wunder": Neue Streikwelle droht

Die Pilotenstreiks kosten der Deutschen Lufthansa jedesmal eine Millionensumme. Auch die Deutsche Bahn muss sich mit einem Arbeitskampf auseinandersetzen. Ein neues Angebot an die Lokführer gibt es dennoch nicht, "ein Wunder" muss her.

Fahrgäste der Deutschen Bahn und Kunden der Lufthansa müssen sich auf weitere Streiks der Lokführer und Piloten womöglich noch in dieser Woche einstellen. "Die Zeichen stehen auf Streik", sagte eine Sprecherin der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Ein Sprecher der Piloten-Vereinigung Cockpit sagte mit Blick auf die nächste Arbeitsniederlegung: "Das wird nicht mehr lange dauern."

Einen Zeitpunkt für neue Streiks nannten beide Gewerkschaften nicht. Die GDL werde aber "rechtzeitig" und Cockpit "am Vortag" darüber informieren, sagten die jeweiligen Sprecher.

"Wenn nicht ein Wunder geschieht ..."

Von der Deutschen Bahn liege weiterhin kein neues Angebot vor, sagte die GDL-Sprecherin. Der Konzern verweigere zudem, mit der Gewerkschaft auch für das Zugpersonal Tarifverhandlungen zu führen. "Wenn nicht ein Wunder geschieht, die Bahn noch ein Angebot schickt oder Verhandlungen für das Zugpersonal zulässt, wird es sicherlich zu Streiks kommen."

Die GDL fordert unter anderem fünf Prozent mehr Lohn und eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit. Sie will zudem aber auch durchsetzen, dass sie künftig nicht nur die Lokführer vertritt, sondern auch andere Berufsgruppen wie Zugbegleiter. Für diese hat bisher die konkurrierende Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) die Tarifverträge ausgehandelt.

Wo sind die Anknüpfungspunkte?

Die Deutsche Bahn erklärte, es sei wichtig, dass beide Seiten "so bald wie möglich ohne Vorbedingungen über die Inhalte sprechen". Es sei "Sachlichkeit" gefragt. Die Bahn habe einige Angebote und Varianten vorgelegt; das Unternehmen sei sicher, dass es Anknüpfungspunkte geben könne.

Bei der Lufthansa geht es in den festgefahrenen Verhandlungen um die Übergangsversorgung der Piloten. Sie erlaubt es Piloten bisher, ab dem Alter von 55 Jahren in den bezahlten Frühruhestand zu gehen. Der Konzern will die Altersgrenze erhöhen. Cockpit lehnt dies ab. Den Vorschlag der Lufthansa, die Altersgrenze individuell anhand der Dienstjahre eines Piloten festzulegen, wies die Gewerkschaft zurück.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen