Wirtschaft
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"Druck ist hoch": Nimmt EZB Firmen-Bonds ins Portfolio?

Bei der Europäischen Zentralbank wachsen die Sorgen vor einer Konjunkturflaute. Der Kauf von Kreditverbriefungen und Pfandbriefen scheint den Zentralbankern nicht ausreichend. Sie wollen offenbar auch Firmen entlasten.

Die Europäische Zentralbank (EZB) erwägt Insidern zufolge im Kampf gegen die Konjunkturflaute eine weitere Lockerung der Geldpolitik. Demnach bereiten die Notenbanker hinter den Kulissen den Aufkauf von Unternehmensanleihen vor, berichtet Reuters unter Berufung auf Insider. "Der Druck in diese Richtung ist hoch", sagte einer der Vertrauten.

Möglicherweise werde sich der EZB-Rat in seiner Sitzung Anfang Dezember offiziell damit beschäftigen. Eine Entscheidung zu diesem Zeitpunkt sei denkbar, aber nicht sicher. Mit dem Kauf der Unternehmensanleihen könnte dann wohl frühestens im ersten Quartal kommenden Jahres begonnen werden.

Das Tempo der Notenbanker ist überraschend hoch. Sie haben zur Ankurbelung der Konjunktur und der unerwünscht niedrigen Teuerung erst in den vergangenen Monaten ein ganzes Bündel von Maßnahmen auf den Weg gebracht. Dazu zählen unter anderem Geldspritzen für Banken und der massenhafte Aufkauf von Kreditverbriefungen und Pfandbriefen.

Mit dem Kauf letztgenannter Papiere hatten sie erst am Montag begonnen. Nach Aussage einer informierten Person kaufte die EZB kurzlaufende Papiere von Emittenten unterschiedlicher Nationalität in Tranchen von rund 25 Millionen Euro. Covered Bonds sind mit Krediten hinterlegte Wertpapiere, die wegen ihrer hohen Deckung als besonders sicher gelten.

"Nach Ansicht vieler im EZB-Rat hat sich aber das Konjunkturbild zuletzt ins Negative verschoben", sagte einer der Insider. Es wachse bei der Notenbank die Befürchtung, dass die bislang beschlossenen Maßnahmen nicht ausreichen könnten. Der Aufkauf von Unternehmensanleihen wäre ein nächster Schritt, um mehr Geld in die Wirtschaft zu pumpen. Ein EZB-Sprecher sagte, der EZB-Rat habe keine Entscheidung getroffen.

Quelle: n-tv.de

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