Mittwoch, 17. Februar 2010
Streit mit Windhorst: NordLB siegt vor Gericht
Im Rechtsstreit mit dem ehemaligen Vorzeigeunternehmer Lars Windhorst hat die NordLB Schadenersatz zugesprochen bekommen. Das Landgericht Berlin verurteilte die Gesellschaft Sapinda zur Zahlung von einer Million Euro an die Landesbank in Hannover.
Die Begründung für dieses Urteil nannte das Gericht zunächst nicht. Zuerst sollten die Prozessparteien informiert werden, hieß es. Hintergrund des Rechtsstreits sind Forderungen der NordLB aus nicht erfüllten Aktiengeschäften.
Die NordLB hatte erklärt, sie habe im Auftrag von Vatas größere Aktienpakete an mehreren Unternehmen gekauft, darunter Anteile an Balda, Curanum, Euromicron sowie des US-Unternehmens RemoteMDx. Doch die Beteiligungsgesellschaft habe die Aktien nicht abgenommen. Als die Kurse der Unternehmen stark nachgaben, musste die Landesbank für Wertberichtigungen hohe Rückstellungen bilden. Der Vorfall kostete damals den für den Handel zuständigen Vorstand Jürgen Kösters den Job.
Vatas hat mittlerweile Insolvenz angemeldet - daher richtet sich die Schadenersatzforderung an die in London ansässige Muttergesellschaft Sapinda. Diese hatte erklärt, Forderungen gegen die von Windhorst geführte Vatas zu übernehmen.
Windhorst hatte in den 1990er Jahren Furore gemacht, als er mit nur 15 Jahren eine Computerfirma aufbaute und als gefeierter Jungunternehmer den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) auf Staatsreisen begleitete. Mit dem Platzen der Internetblase zu Beginn des Jahrtausends mussten er sowie drei seiner Firmen aber Insolvenz anmelden.
wne/rts
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