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Russe zieht sich zurück: Nordost-Werften gehen an Asien-Reederei

In Mecklenburg-Vorpommern ist das Kapitel russischer Eigner für die Traditionswerften beendet. Die Standorte in Rostock, Wismar und Stralsund wechseln in chinesische Hand. Den Käufer treibt bei seiner Aktion Angst um sein eigentliches Geschäft.

Drei Werften in Mecklenburg-Vorpommern wechseln den Besitzer. Für 230,6 Millionen Euro greift die Reederei Genting aus Hongkong in Wismar, Warnemünde und Stralsund zu. Grund ist die Sorge um eine Verknappung von Kapazitäten zum Bau von Kreuzfahrtschiffen. Die Reederei laufe Gefahr, keine Schiffsneubauten zu bezahlbaren Preisen zu erhalten, weil die Nachfrage nach Kreuzfahrtdampfern so hoch sei, begründete die Reederei ihren Schritt.

Die Genting Hong Kong Ltd bietet Kreuzfahrten unter ihren Marken Crystal Cruises, Dream Cruises und Star Cruises an. Die Reederei gehört zum malaysischen Konglomerat Genting Bhd.

Die drei deutschen Werften waren bislang in russischer Hand. In den jüngsten Tagen hatte sich der mögliche Verkauf bereits abgezeichnet. 2014 hatte der russische Unternehmer Witali Jussufow die frühere Volkswerft in Stralsund übernommen. Bereits 2009 besaß er die Unternehmen in Rostock und Wismar, die er nach der Insolvenz der Wadan-Werften für 40 Millionen Euro gekauft hatte. Damit gehörten ihm drei der vier größten Schiffbaubetriebe in Mecklenburg-Vorpommern.

Der Werftenbetreiber Nordic Yards beschäftigt rund 1400 Mitarbeiter und ist damit einer der größten Arbeitgeber im Ostseeraum. Genting erhofft sich von der Übernahme, das Management von der Sorge um die Beschaffung neuer Schiffe befreien zu können. Stattdessen könne sich die Reederei nun auf Design und Einsatzpläne der Schiffe konzentrieren.

Genting hatte zum Jahreswechsel bereits die traditionsreiche Llyod Werft in Bremerhaven übernommen. Der chinesisch-malaysische Konzern hatte am 31. Dezember 2015 die noch ausstehenden Unternehmensanteile über seine Tochter Star Cruises Singapore Investment Holding Pte. Ltd. vom Schiffbauunternehmer Dieter Petram übernommen. Eine entsprechende Mitteilung hatte Genting an die Börse in Hongkong weitergegeben. Zudem wuchs das milliardenschwere Auftragsportfolio. Statt drei sollen nun vier große Kreuzfahrtschiffe gebaut werden. Hinzu kommen wie bereits bekannt vier Flusskreuzfahrtschiffe.

Quelle: n-tv.de

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