KorruptionsermittlungenObermann bekommt Stress
Telekom-Chef Obermann holt nun seine Vergangenheit als Chef der internationalen Mobilfunksparte des Konzerns ein. Die Staatsanwaltschaft Bonn geht Bestechungsvorwürfen auf dem Balkan nach. Weitere Telekom-Mitarbeiter sind auf dem Radar der Ermittler. Obermann weist die Vorwürfe zurück.
Die Bonner Staatsanwaltschaft hat wegen Bestechungsvorwürfen auf dem Balkan ein Ermittlungsverfahren gegen den Chef der Deutschen Telekom, Rene Obermann, eingeleitet. Das teilte der Dax-Konzern mit.
Gegen den 47-jährigen Manager sowie weitere Personen werde wegen angeblicher Bestechung in Mazedonien und Montenegro ermittelt. Obermann weise die gegen ihn erhobenen strafrechtlichen Vorwürfe als falsch zurück, erklärte die Telekom weiter. Dies werde sich auch in Kürze zeigen.
Laut "Süddeutscher Zeitung" wird gegen acht Manager und Mitarbeiter der Telekom ermittelt. Obermann sei "offenbar der einzige Top-Manager, der in den Akten der Bonner Staatsanwaltschaft als Beschuldigter geführt wird", heißt es in dem Bericht weiter.
Bei den Untersuchungen geht es um Vorwürfe gegen die ungarische Magyar Telekom aus dem Jahr 2005. Obermann war damals Chef der internationalen Mobilfunksparte der Telekom und als solcher auch für das Ungarn-Geschäft verantwortlich.
Bezug auf US-Rechtshilfeersuchen
Laut Telekom wird Obermann "unterstellt, dass er im Rahmen eines Treffens mit dem Vorsitzenden der Makedonski Telekom (MakTel) im Jahre 2005 die Zustimmung zu Dividendenzahlungen der MakTel davon abhängig gemacht habe, dass eine geplante Öffnung des mazedonischen Telekommunikationsmarktes für andere Wettbewerber unterbleibt". Dabei beziehe sich die Staatsanwaltschaft auf das US-Rechtshilfeersuchen, "welches uns bislang noch nicht bekannt ist".
Die Telekom dulde Korruption in keinem Bereich des Konzerns und habe die bereits vier Jahre andauernden Ermittlungen der US-Behörden zu jeder Zeit vollumfänglich unterstützt, hieß es in der Erklärung des Bonner Konzerns. Der Vorstandsvorsitzende selbst habe noch Ende 2009 als Zeuge im Rahmen des US-Verfahrens an der Aufklärung mitgewirkt. In keinem Stadium des US-Ermittlungsverfahrens sei gegen ihn ein persönlicher Vorwurf erhoben worden.
Die Wohnung von Obermann wurde nach Angaben aus Unternehmenskreisen bereits am 31. August durchsucht.