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Der Winter hilft: Ölpreise springen über 30-Dollar-Marke

Eine Kältewelle in Europa und den Vereinigten Staaten - mehr braucht es am labilen Ölmarkt nach einem Zwölfjahrestief zur Wochenmitte nicht, um die Preise anzuschieben. Aber Analysten sind skeptisch.

In der Hoffnung auf eine steigende Nachfrage haben sich die Ölpreise deutlich erholt und liegen wieder über der 30-Dollar-Marke. Die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee stieg in der Spitze um 6,3 Prozent auf 31,10 Dollar je Barrel. Das US-Öl WTI legte 5,1 Prozent auf 31,04 Dollar zu. Das wiederum lässt auch die Kurse an den Aktienmärkten steigen.

Die Spekulationen auf einen höheren Bedarf an Heizöl wurden genährt unter anderem durch den Kälteeinbruch in den USA und Europa. Darüber hinaus lösten zahlreiche Anleger ihre Wetten auf fallende Kurse auf, um ihre Verluste zu begrenzen, sagten Börsianer. Die aktuelle Rally werde aber schnell wieder in sich zusammenfallen. Schließlich werde weiterhin viel mehr Öl gefördert als benötigt und die Tanklager seien prall gefüllt.

Lagerbestände überraschen

Die Preise waren bereits am Donnerstagnachmittag ins Plus gedreht, nachdem Zahlen zu den US-Reserven an Rohöl in der vergangenen Woche veröffentlicht worden waren. Die Bestände haben zwar um 3,98 Millionen auf 486,5 Millionen Barrel (je 159 Liter) zugelegt. Allerdings war der Anstieg offenbar schwächer als von manchem Marktteilnehmer erwartet.

Am Mittwoch hatten die beiden wichtigsten Ölsorten Brent und WTI noch neue Tiefststände seit dem Jahr 2003 erreicht. Als Hauptgrund für den allgemeinen Preissturz sehen Experten das starke Überangebot an Öl. Die Rohstoffbranche kappt wegen der Entwicklung bereits Kapazitäten.

Der weltgrößte Technik-Dienstleister der Ölbranche - der US-Konzern Schlumberger - baute als Reaktion auf den niedrigen Preis weitere 10.000 Stellen ab. Insgesamt hat Schlumberger seit dem Beginn des Preisverfalls schon 30 000 Jobs gestrichen. Allein im letzten Quartal 2015 sei ein Nettoverlust von 1,016 Milliarden Dollar (915 Mio. Euro) aufgelaufen, hatte der Konzern mitgeteilt.

Quelle: n-tv.de

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