Wirtschaft
(Foto: AP)

Spardruck auf Gewerkschaften: Papademos warnt vor Staatspleite

Für Athen wird es wieder einmal ernst: Mitte Januar muss Griechenlands Ministerpräsident Papademos den Finanzaufsehern von IWF, EU und EZB handfeste Sparanstrengungen präsentieren, sonst fließt kein weiteres Hilfsgeld. Das wird jedoch dringend benötigt, denn im März muss eine milliardenschwere Anleihe zurückgezahlt werden. Kann die nicht bedient werden, wäre Athen pleite.

Der griechische Ministerpräsident Lukas Papademos hat die Gewerkschaften seines Landes aufgefordert, zur Sicherung der nächsten Kredit-Tranche von EU und IWF weitere Lohnkürzungen zu akzeptieren. Ohne die Zustimmung der EU-Troika und des Internationalen Währungsfonds zur Auszahlung der nächsten Rate drohe Griechenland im März der Staatsbankrott, warnte Papademos bei einem Treffen mit Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern in Athen.

"Wenn wir unseren wichtigsten Erfolg - die Teilnahme am Euro und die Verhinderung einer massiven, vertikalen Einkommensentwertung sichern wollen, zu der ein Ausstieg aus dem Euro führen würde, dann müssen wir eine kurzfristige Einkommensminderung hinnehmen", sagte Papademos laut Redemanuskript.

Milliardenspiel

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Die EU-Troika wird am 15. Januar in Athen erwartet. Für Griechenland geht es dabei um eine "Supertranche" in Höhe von 89 Mrd. Euro, die bis Ende März ausgezahlt werden. Das Geld wird dringend benötigt, da im März eine Anleihe über 14,5 Mrd. Euro fällig wird.

Damit die "Troika" ihr Ja für die neue Tranche gibt, muss Athen ein Loch im griechischen Haushalt 2011 in Höhe von drei Mrd. Euro nachträglich stopfen und auch den im Oktober vergangenen Jahres vereinbarten Schuldenschnitt griechischer Staatsanleihen in Höhe von mindestens 50 Prozent unter Dach und Fach bringen.

Ohne notwendige Anpassungen "an die Realität" sei die Auszahlung der nächsten Kreditrate nicht garantiert, sagte Papademos. "Mit Beginn des Jahres 2012 treten wir in die höchst entscheidende Phase für den Kurs der griechischen Wirtschaft ein", sagte der Ministerpräsident.

Mit oder ohne Euro?

Vor dem nächsten Besuch der internationalen Finanzinspektoren Mitte Januar hatte Regierungssprecher Pantelis Kapsis auch ein Ausscheiden aus der Eurozone nicht mehr ausgeschlossen. Der Gouverneur der griechischen Notenbank, Giorgos Provopoulos, warnte jedoch vor dramatischen Folgen einer Rückkehr zur Drachme.

Athen musste bereits im Mai mit internationaler Hilfe in Höhe von 110 Mrd. Euro gerettet werden. Eine zweite Zahlung von 130 Mrd. Euro wurde im Oktober bewilligt. Die Umsetzung ist aber an Bedingungen geknüpft.

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Quelle: n-tv.de

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