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Auf dem ehemaligen Schlachtfeld von Waterloo stellen Laiendarsteller die Schlacht von 1815 nach.
Auf dem ehemaligen Schlachtfeld von Waterloo stellen Laiendarsteller die Schlacht von 1815 nach.(Foto: AP)

Frankreich besiegt Belgien: Paris verhindert "Waterloo"-Euro

200 Jahre nach der Schlacht von Waterloo streiten sich Frankreich und Belgien darum um eine Euro-Gedenkmünze. Diesmal setzen sich die Franzosen durch.

Nach Protest aus Frankreich verzichtet Belgien darauf, zum 200. Jahrestag der Schlacht von Waterloo eine Zwei-Euro-Gedenkmünze herauszubringen. Belgien hatte nach Angaben aus Regierungskreisen bereits 180.000 Stück der Münzen prägen lassen, als erste Einwände aus Frankreich kamen. Auf den Münzen sind eine Abbildung des Denkmals auf dem Schlachtfeld und der Schriftzug "Waterloo 1815-2015" zu sehen.

Waterloo war am 18. Juni 1815 die letzte Schlacht von Frankreichs Kaiser Napoleon. Er verlor auf dort rund 15 Kilometer südlich von Brüssel gegen die verbündeten Briten und Preußen.

Jedes Euroland hat das Recht, jedes Jahr zwei Münzen im Wert von zwei Euro als Gedenkmünzen herauszugeben. Die Vorderseite sieht dabei wie üblich aus, die Rückseite hat ein besonderes Motiv.

Der Ministeriumssprecher sagte, dass sich Frankreich und mehrere EU-Länder, die ungenannt blieben, gegen die Waterloo-Münze ausgesprochen hätten. Falls es zu einer Abstimmung in EU-Gremien gekommen wäre, hätte sich Belgien nicht durchsetzen können.

Belgien willigte ein, anstelle der Zwei-Euro-Münze, die als Sammlerstück zum Preis von acht Euro hätte verkauft werden sollen, Münzen mit einem anderen Wert zu prägen, etwa drei oder fünf Euro. Solche nicht im Zahlungsverkehr verwendeten Münzen kann das Land grundsätzlich in Eigenregie ohne die Zustimmung anderer EU-Staaten prägen lassen.

Die französische Intervention ärgerte Belgiens Finanzminister Johan van Overtveldt  merklich. "Ich bin ein wenig überrascht angesichts all der Aufregung", sagte er. Die EU habe "jede Menge andere Probleme zu lösen" und solle nicht ihre "Zeit und Energie auf dieses Problem verschwenden."

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Quelle: n-tv.de

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