Wirtschaft
Der Bezahldienst Paypal lässt bei Ebay die Kassen klingeln.
Der Bezahldienst Paypal lässt bei Ebay die Kassen klingeln.(Foto: REUTERS)

Bezahlsystem wird zur Goldgrube: Paypal beglückt Ebay

In Zeiten von Facebook und Apple ist Ebay fast schon ein Dinosaurier unter den Internetunternehmen. Trotzdem wächst der Internethändler weiter solide, denn beim Bezahlsystem Paypal sprudeln die Gewinne. So sehr, dass Anleger sogar in diesem Jahr sogar mit mehr Gewinn als erwartet rechnen dürfen.

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Für den Internet-Handelsspezialisten Ebay entpuppt sich das elektronische Bezahlen immer mehr als Goldgrube. Mit der Tochter PayPal gehört Ebay zu den Vorreitern des boomenden Segments und konnte vor allem dank dieser Beteiligung seinen Gewinn um 20 Prozent auf unterm Strich 570 Mio. US-Dollar steigern, wie das Unternehmen bekanntgab. Insgesamt konnte Ebay seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 29 Prozent auf 3,3 Mrd. US-Dollar steigern (2,5 Mrd. Euro).

Mit den Zahlen übertraf der Amazon-Rivale die Erwartungen der Börsianer. Im nachbörslichen Handel kletterte die Ebay-Aktie um mehr als sechs Prozent. Mit seinem Ergebnis übertraf der Konzern die Erwartungen am Markt. Ebay verdiente 55 Cent je Anteilsscheine im Quartal. Analysten hatten lediglich mit 52 Cent gerechnet.

Auch für das Gesamtjahr zeigte sich der Amazon-Rivale optimistisch und erhöhte seine Ergebnisprognose. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die Auktionsplattform nun mit einer Spanne von 2,30 bis 2,35 US-Dollar je Aktie, fünf Cent mehr als bisher. Auch die Umsatz-Zielspanne hob das Unternehmen um 100 Mio. US-Dollar auf 13,8 bis 14,1 Mrd. US-Dollar an.

Paypal ist Ebays Goldgrube

Seit einiger Zeit durchläuft Ebay einen umfassenden Wandel. Das Unternehmen, das in den 90er Jahren mit Online-Auktionen bekanntgeworden ist, setzt verstärkt auf den Verkauf zu Fixpreisen. Zudem trennte sich der Konzern von Randbereichen wie dem Online-Telefondienst Skype. Nun dreht sich immer mehr um den Bezahldienst PayPal. Über diesen Service werden große Teile des weltweiten Onlinehandels abgewickelt, der dank stetig zunehmender Internet-Zugänge auch über Handys und Tablet-Computer rasant wächst. PayPal profitiert von jeder Transaktion, da der Dienst stets mit einer Mini-Gebühr beteiligt ist.

Eine Zahl illustriert diesen Wandel anschaulich: Der Marktplatz-Umsatz wuchs um 11 Prozent auf 1,7 Mrd. US-Dollar, während PayPal dagegen um 32 Prozent auf 1,3 Mrd. US-Dollar zulegte. Längst lässt sich über den Bezahldienst auch auf fremden Websites einkaufen und PayPal drängt mit Macht in den stationären Handel. Ebay hatte sich überdies mit dem Zukauf des Handelsdienstleisters GSI noch breiter aufgestellt, der fremde Firmen etwa beim Betrieb von Online-Shops unterstützt.

Wachstumstreiber PayPal verzeichnet inzwischen annähernd 110 Mio. Accounts - quasi die Konten der Nutzer. Seit diesem Jahr können Kunden auch in ersten Läden vor Ort mit PayPal bezahlen, etwa in den fast 2000 Baumärkten der US-Kette Home Depot.

Als größter Rivale von Ebay gilt Amazon. Im Unterschied zu Ebay tritt Amazon aber auch selbst als Verkäufer auf. Amazon war in der jüngeren Vergangenheit ebenfalls rasant gewachsen, doch die Gewinne schrumpften. Grund war, dass der weltgrößte Internethändler massiv in neue Versandzentren oder neue Produkte wie seinen Tablet-Computer Kindle Fire investiert hatte. Amazon legt seine Zwischenbilanz am 26. April vor.

Quelle: n-tv.de

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