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"Mit dem Verkauf machen wir einen weiteren Schritt beim Umbau des Lifestyle-Bereichs": Frans van Houten.
"Mit dem Verkauf machen wir einen weiteren Schritt beim Umbau des Lifestyle-Bereichs": Frans van Houten.(Foto: picture alliance / dpa)

Umbau im "Lifestyle-Bereich": Philips verkauft an Japaner

Die Kosten des Konzernumbaus und eine harte Strafe aus Brüssel verhageln dem Elektronikriesen die Zwischenbilanz. Unterm Strich sind rote Zahlen bei Philips nicht zu vermeiden.

Japanisches Design-Verständnis: Funai will mit Heimelektronik den deutschen Markt erobern.
Japanisches Design-Verständnis: Funai will mit Heimelektronik den deutschen Markt erobern.(Foto: funai.de)

Der Elektronikkonzern Philips ist zum Ende des vergangenen Jahres trotz wachsender Umsätze tief in die roten Zahlen gerutscht. Der Siemens-Rivale aus den Niederlanden will nun den Konzernumbau vorantreiben und dazu sein Audio- und Videogeschäft verkaufen.

Der Abnehmer steht bereits fest: Für 150 Mio. Euro plus Lizenzgebühren bekommt der japanische Spezialist für Unterhaltungselektronik Funai Electric Zugriff auf das Philips-Knowhow aus dem Audio- und Videobereich. Damit verabschieden sich die Niederländer nach dem Ausstieg aus dem TV-Geschäft von einem weiteren Traditionsbereich. Die Marke Philips soll aber bestehen bleiben.

Künftig behält Philips im Segment der klassischen Elektro-Geräten nur noch kleinere Haushaltsprodukte im Angebot - etwa Toaster, Rasierer und Kaffeemaschinen. Philips will sich künftig auf profitablere Geschäftsfelder konzentrieren. Das nun an Funai weitergereichte Geschäft mit Kopfhörern, Lautsprechern und Projektoren wird Philips aber noch Lizenzeinnahmen einbringen.

"Mit dem Verkauf machen wir einen weiteren Schritt beim Umbau des Lifestyle-Bereichs", erklärte Philips-Chef Frans van Houten bei der Vorlage der Quartalsbilanz. Erwartungsgemäß drückten die Sonderposten den Konzern im vierten Quartal ins Minus. 2013 werde eher langsam starten, erklärte van Houten. Er stellte jedoch ein stärkeres Wachstum im zweiten Halbjahr in Aussicht.

Der Umsatz stieg im Schlussquartal von 6,7 Mrd. Euro vor Jahresfrist auf 7,2 Mrd. Euro. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sank das Ergebnis von 503 auf 50 Mio. Euro. Unter dem Strich stand nach einem Verlust von 160 Mio. Euro nun ein Fehlbetrag von 355 Mio. Euro.

Harte Strafe für TV-Absprachen

Die bereits erwähnten Sonderlasten schlugen dabei mit insgesamt mehr als einer Milliarde Euro zu Buche. Unter anderem hatte die EU-Kommission Philips eine Kartellstrafe in Höhe von 509 Mio. Euro für Absprachen im Fernsehgeschäft aufgebrummt, hinzu kamen Umbaukosten. Philips baut aktuell rund 6700 Stellen ab. Schwerpunkte des Umbauprogramms sind das Geschäft mit Gesundheitstechnik und die Lichtsparte.

Quelle: n-tv.de

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